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Ausstellung zu 50 Jahre Brachter Wasserratten in Brüggen-Bracht

Ausstellung in Brüggen : Erinnerungen an 50 Jahre Wasserratten

Eine Ausstellung in der Brachter Mühle dokumentiert die Geschichte der Kinderkarnevalsgesellschaft Brachter Wasserratten. Die Besucher konnten am Sonntag viele Fotos, aber auch Insignien des Prinzenpaares bestaunen.

Beim offenen Brachter Mühlentag präsentierte der Trägerverein Heimatmuseum Brachter Mühle eine Ausstellung zur Geschichte der Kinderkarnevalsgesellschaft Brachter Wasserratten, die im nächsten Jahr am Karnevalssamstag 50 Jahre alt wird.

Franz-Josef Knops – einer der beiden noch lebenden Gründungsmitglieder der Wasserratten – und Vorstandsmitglied Heiner Beeker haben viele Erinnerungsstücke für die Ausstellung zusammengetragen. Fotos aus den vergangenen fünf Jahrzehnten dürfen natürlich nicht fehlen. Der Vorsitzende des Trägervereins Heimatmuseum Brachter Mühle, Gerhard Gottwald, zeigte sich beeindruckt vom Werdegang und Erfolg der Wasserratten.

 Einfach mal entspannt vor der Brachter Mühle in der Sonne sitzen: Auch das konnten sich die Besucher der Ausstellung am Sonntag gönnen.
Einfach mal entspannt vor der Brachter Mühle in der Sonne sitzen: Auch das konnten sich die Besucher der Ausstellung am Sonntag gönnen. Foto: Knappe, Joerg (jkn)

Begonnen hatte alles mit dem neuen Schwimmmeister in Bracht Fritz Reuschel, der die DLRG-Gruppe aufbaute und sehr daran interessiert war, etwas für die Kinder des Ortes zu tun. „Nach einer Weihnachtsfeier kam dann die Idee, auch zu Karneval etwas mit und für die Kinder zu machen. Wie Fritz so war, sagte er ‚du bist Prinz und du bist Prinzessin‘ zu den Kindern, wovon er dachte, dass sie der Aufgabe gewachsen wären“, erinnert sich Knops. Anfang 1970 suchte Reuschel dann jemanden mit einem Traktor, schmückte ihn mit einfachen Mitteln und fuhr mit den Kindern von Bracht nach Boerholz zur Gaststätte Maubach. Alle fanden Gefallen an dem Gedanken, einen „richtigen“ Karnevalszug zu organisieren, und so fand am Tulpensonntag 1971 der erste Karnevalszug in Bracht nach dem Krieg statt. Im nächsten Jahr verlegte man den Karnevalszug auf den Nelkensamstag, und dabei blieb es für die weiteren Jahre.

1971 wurde der Zug noch von der DLRG-Gruppe organisiert, in den Folgejahren organisierte Fritz Reuschel ihn privat mit seiner Gattin Irmgard. Ohne Geld in die Hand zu nehmen, lässt sich Karneval schlecht feiern. „1976 trat Fritz an die Gemeinde und bat um einen Zuschuss. Das wurde aber abgelehnt, da er als Privatmann vorstellig wurde. Nur Vereine würden Zuschüsse erhalten“, berichtet Knops. Einige Leute kamen daraufhin zu einer Versammlung zusammen und riefen einen Verein ins Leben mit dem einzigen Ziel, den Fortbestand des Zuges und des Kinderkarnevals zu sichern. Die „Kinderkarnevalsgesellschaft Brachter Wasserratten“ wurde am 9. Dezember 1976 gegründet. Gründungsmitglieder waren Fritz Reuschel, Irmgard Reuschel, Erich Jansen, Peter Jansen, Hans-Werner Rieken, Heinz-Willi Schmitz, Kurt-Günter Stevens, Friedel Voigt und Franz-Josef Knops.

 Franz-Josef Knops und Heiner Beeker (l.) haben viele Erinnerungsstücke für die Ausstellung in der Brachter Mühle zusammengetragen.
Franz-Josef Knops und Heiner Beeker (l.) haben viele Erinnerungsstücke für die Ausstellung in der Brachter Mühle zusammengetragen. Foto: Knappe, Joerg (jkn)

Den Saal-Karneval mit der Kindersitzung veranstaltete damals noch der Amicitia-Chor. 1985 übernahmen die Wasserratten die Kindersitzung, die in der Gaststätte zur Post abgehalten wurde. Der Amicitia-Chor wollte erst weiter machen, wenn es einen Saal in Bracht gäbe. Dieser entstand 1988, 1989 wurde also im Bürgersaal die erste Kindersitzung unter der Regie der Wasserratten veranstaltet. Ein einziges Mal fielen Sitzung und Zug aus: 1991 wurde aufgrund der dramatischen Lage im Golfkrieg beides abgesagt, so kommt es, dass erst 2020 der 50. Zug stattfindet.

In der Ausstellung fanden die Besucher unter anderem die Insignien des Prinzenpaares: die Prinzenkappe mit Federn, Zepter und Prinzessinnen-Krönchen. Außerdem wurde die Wasserratten-Brause ausgestellt, eine blaue Sektflasche mit eigenem Etikett, sowie diverse Orden.