Besondere Fotografien: Ausstellung: Guy und wie er die Welt sieht

Besondere Fotografien: Ausstellung: Guy und wie er die Welt sieht

Ab Freitag zeigt der gebürtige Dülkener Norman Guy bei einer Hausausstellung den „Kontrast zwischen Verfall und Schönheit“.

Dülken „Ich mag Fotos nicht, die die Wirklichkeit so zeigen, wie sie ist“, sagt der 1968 in Dülken geborene Norman Guy, Gitarrist und Fotograf. Also verfremdet er seine analog fotografierten Motive mittels des Lichtes, der Perspektive, mit Hilfe der Redscale-Fotografie, bei der der Rollfilm falsch herum eingelegt und belichtet wird und nur Rot- und Orangetöne zulässt. Am Computer werden die eingescannten Dias oder Negative lediglich korrigiert.

Einmal im Jahr zeigt Guy die Bilder des Jahres in einer Hausausstellung. Diesmal steht sie unter dem Motto „Kontrast zwischen Verfall und Schönheit“. Für Guy liegt der Kontrast in den Motiven: Da sind zum einen die verfallenen „lost places“, Guy nennt die Serie „Zutritt verboten“. Das sind die Orte, die seit Jahrzehnten sich selbst überlassen wurden und den Charme des Maroden verströmen. Eine französische Weinversteigerungshalle beispielsweise, die nie fertig gewordene „Glücksspielstadt“ in Italien oder eine streng geheime, verlassene Stadt. Sie verströmen eine starke Atmosphäre, regen zum Fantasieren an, zum Geschichten erzählen. Oft unter einigen Gefahren betreten Guy und seine Kollegen diese Plätze. In die Weinversteigerungshalle kam Guy nur durch einen Spalt im Keller. Warum er die Risiken auf sich nimmt? „Weil’s Spaß macht“, sagt Guy. „Weil es immer was Neues ist.“

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Die Schönheit drückt sich für Guy in den Aufnahmen südfranzösischer Landschaften mit Fischerbooten in der „pink hour“ aus. Das Licht ist rosa, Nebel steigt auf – Kitsch, Romantik? Wer will darüber entscheiden. Die Schönheit drückt sich für Guy auch in den Aktfotografien aus, wo in der auch für die Landschaften typischen Weise sehr junge Frauen fotografiert werden. Doch Schönheit, die liegt auch im Verfallenen der verlassenen Orte.

Die Hausausstellung ist Freitag, 9. November, ab 17 Uhr, Samstag, 10. November, und Sonntag, 11. November, ab 11 Uhr an der Markusstraße 4 geöffnet.

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