Ausstellung der Finalisten im Wettbewerb um das Kunstgenerator-Stipendium

Stipendium : Kunstgenerator: Die Finalisten stellen aus

Fünf junge Künstler zeigen in der Galerie im Park einige ihrer Werke. Manche Arbeiten sind aus Leinen, andere aus Stahl oder Schafswolle

Der Kunstgenerator feiert seinen zehnten Geburtstag. Und wie in jedem der vergangenen Sommer zeigen auch in diesen Wochen wieder die fünf Finalisten eine Auswahl ihrer Werke in der Städtischen Galerie Viersen.

Nadine Baldow, 1990 in Dresden geboren, hat den unteren großen Raum besetzt: ungewaschene Schafsrohwolle türmt sich auf und macht sich breit. Es ist, als habe der Schafscherer sein (ungeheuer großes) Werk vollbracht und aufzuräumen vergessen. Annähernd mag man die Konturen eines Schafes noch erkennen. Farbig besprüht allerdings ist der Eindruck verfremdet, auch wenn es sich bei der Farbe um Schafsmarkierspray handelt. Baldow beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit organischen Formen, der Welt der Pflanzen und Tieren. Gleich daneben liegt „Contaminated Artifacts“, eine Arbeit aus Polyurethan über einer Tanne. Die Kombination mit dem „Marked Sheep“ allerdings tut diesem nicht gut.

Der 1984 in Damaskus geborene Manaf Halbouni ist durch seine aufsehenerregende Installation von Bussen als Schutzschilden bekannt geworden. In der Galerie zeigt er ein Video des Aufbaus und Diskussionen mit den kritischen Bürgern sowie Fotografien der Aktion. Eine weitere Arbeit lautet „Tahrir (Befreiung)“. Das Objekt aus Beton und Stahl allerdings bleibt in seiner Zerrissenheit oberflächlich.

Daniel Jasser, 1989 geboren, studierte in Hamburg. Er füllt einen der kleineren Ausstellungsräume auf der ersten Etage. Mit Lehm und Wasserfarbe gestaltet er in warmen Erdfarben Räume auf der Wand und öffnet dergestalt und natürlich illusionistisch die Wand. In guter Korrespondenz dazu stehen die ähnlich gestalteten Betonobjekte.

Nebenan hängen die „Clean Feelings“ von Damaris Kerkhoff, geboren 1987. Aus gefärbtem Leinenstoff gestaltet sie durch Aufklappen und Ausschneiden des Stoffes interessante Bild-im-Bildobjekte.

Der große obere Ausstellungsraum gehört den Arbeiten der 1986 geborenen Münsteraner Künstlerin Justyna Janetzek. „In between“ lautet der Titel der raumgreifenden Installation aus Quadratrohren, Blech und Farbe. Janetzek greift mit ihrer Arbeit die volle Länge, Höhe und Größe des Saals auf. Die Installationen bewegen sich wie eine dreidimensionale Zeichnung förmlich durch den Raum und klettern an ihm hoch. Malerische Elemente sind in der Installation untergebracht, die wiederum ihr Pendant in einer Form auf dem Boden haben. Eine sehr vielschichtige Arbeit.

Das Besondere an dieser Ausstellung: es ist eine Doppelausstellung. Neben den Arbeiten der Finalisten sind Fotografien von Maik und Dirk Löbbert, Professoren an der Kunstakademie Münster, zu sehen. Hinzu kommt die Außenskulptur „Antenne Viersen.“ Die Fotomontagen der Künstler legen die Basis zum Verständnis der Außenskulptur.

Wer das kommende Jahr als Stipendiat oder Stipendiatin in Viersen verbringen wird? Die Entscheidung der Jury ist bereits gefallen. Am Sonntag wird sie bekannt gegeben.

Mehr von RP ONLINE