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Außengastronomie im Kreis Viersen öffnet - das Wichtigste für Gäste

Corona-Lockerungen im Kreis Viersen : Das müssen Sie jetzt wissen, wenn Sie im Lokal essen

Endlich ist es soweit. Weil der Kreis Viersen kostant unter einer Inzidenz von 100 bleibt, dürfen Wirte am Wochenende erstmals wieder ihre Terrassen und Biergärten öffnen. Doch nicht alle sind am ersten Wochenende dabei. Was Sie außerdem wissen müssen.

Einen Eisbecher unter den bunten Schirmen einer Eisdiele löffeln oder ein kühles Getränk im Biergarten genießen – beinahe hatte man vergessen, wie das ist. Am Samstag ist es wieder möglich: Die Außengastronomie im Kreis Viersen darf wegen des Inzidenzwertes unter 100 öffnen. Was Sie vor dem Terrassenbesuch wissen müssen.

Wann kann ich die Außengastronomie nutzen? Zugang zum Außenbereich eines Cafés oder Restaurants haben alle, die vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Dabei muss ein offizieller negativer Testnachweis vorgezeigt werden, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein im Handel erhältlicher Selbsttest ist nicht gültig.

Wie viele Gäste dürfen an einem Tisch sitzen? Im Kreis Viersen dürfen fünf Menschen aus zwei Hausständen oder ein Haushalt mit höchstens einer Person aus einem anderen Hausstand an einem Tisch sitzen. Vollständig Geimpfte oder Genese sowie Kinder unter 15 Jahren werden nicht mitgezählt. „Theoretisch könnten zehn Personen aus zehn verschiedenen Haushalten zusammensitzen, sofern alle vollständig geimpft sind“, sagt ein Sprecher der Staatskanzlei NRW.

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Wo kann ich am Wochenende einen offiziellen Schnelltest machen? Viele Testzentren im Kreis Viersen haben am Wochenende geöffnet. So ist das Testzentrum „Drive Thru“ am Weizer Platz in Brüggen-Bracht samstags von 8 bis 16 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Testzentrum „DriveIn“ an der Vorster Straße in Viersen kann am Wochenende an beiden Tagen von 10 bis 16 Uhr angefahren werden. Das Corona-Testcenter Nettetal in der Van-Upwich-Straße hat samstags von 11 bis 14 Uhr auf. Sonntags von 11 bis 16 Uhr ist es ebenalls geöffnet, dann werden dort bevorzugt Kindergarten- und Schulkinder, deren Eltern und Pendler getestet. Vorab sollte ein Termin gebucht werden.

Wo kann ich zum Beispiel hingehen? Bei vielen Restaurants im Kreis Viersen laufen seit der Ankündung der neuen Corona-Schutzverordnung die Vorbereitungen auf Hochtouren. Edi Tusch von „Tusch im Busch“ hat seinen Biergarten fertig hergerichtet: „Die Getränke sind bestellt und zum Essen gibt es ein Currywurst-Programm.“ Tusch freut sich auf die Gäste. „Es gibt schon viele Reservierungen, aber man kann auch noch spontan kommen“, sagt er. Geöffnet ist Samstag und Sonntag von 12 bis 23 Uhr. In Schwalmtal-Waldniel hat Guiseppe Parasiliti ebenfalls „alles draußen schön gemacht“ und die „Sonnenschirme gegen Regenschirme ausgetauscht“, falls es wie angekündigt regnet. Die Zahl der Sitzplätze hat er von 50 auf 30 reduziert. Von 11 bis 21 Uhr freut er sich am Samstag und Sonntag auf viele Gäste. Das Eiscafé „Zalivani“ in Nettetal-Kaldenkirchen rollt sogar einen roten Teppich für die Kunden aus, wie Maria Luisa Zalivani lachend ankündigt. „Wir haben alles vorbereitet. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass alles gut geht“, sagt sie. Wegen des voraussichtlich regnerischen Wetters ist draußen ein Zelt aufgebaut (Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 9 bis 21 Uhr). Auch im Bistro am Kiependraeger in Nettetal-Breyell laufen die Vorbereitungen für die Öffnung der Terrasse am Samstag ab 12 Uhr, Chefin Tanja Groetelaers war am Freitag noch einkaufen. „Wir freuen uns, endlich wiederloslegen zu können. Auch bei leichtem Regen und Kälte sitzen unsere Gäste auf der beheizten Terrasse geschützt“, sagt sie. In Brüggen macht auch das griechische Restaurant „Nostos“ auf, am Samstag mit Mittagspause von 11.30 bis 14.30 Uhr und von 17 Uhr bis 24 Uhr, am Sonntag durchgehend von 12 bis 24 Uhr. „Wir haben den Vorteil, dass direkt gegenüber von uns ein Testzentrum ist, das können die Gäste nutzen. Auch wir Mitarbeiter testen uns vorher dort“, sagt Mitarbeiterin Vasiliki Boskou. Sie freut sich sehr über die „zurückgewonnen Freiheiten“ und die mögliche Öffnung. In Niederkrüchten hatte Inhaber Tonio Manzillo alles für ein To-Go-Angebot für sein Restaurant „Auszeit“ vorbereitet – das gibt es jetzt auf der Terrasse „zum Hier-Essen“. Am Mittwoch soll es dann wieder das normale Angebot geben. „Aber erst eingeschränkt, weil wir nicht wissen, ob nach dem Feiertag die Zahlen nicht doch ganz schnell wieder steigen“, sagt Manzillo. Geöffnet ist sein Restaurant von 12 bis 18 Uhr, an beiden Tagen am Wochenende.

Wie kontrollieren die Wirte? Die meisten Wirte kontrollieren die Gäste am Eingang zum Außenbereich. Danach wird ihnen ein Platz zugewiesen. Wer keine schriftliche oder elektronische Dokumentation über eine vollständige Impfung, eine Genesung oder ein negatives Testergebnis vorweisen kann, darf die Außenbereich der Gastwirte nicht betreten. Die Kontaktdaten müssen die Mitarbeiter unverändert erfassen: Entweder die Gäste füllen Zettel aus oder es geht elektronisch per App.

Warum öffnen nicht alle Gastronomen sofort? „Leider können wir dieses Wochenende noch nicht öffnen, da es uns nicht möglich ist, unser Restaurant nach sechs Monaten der Schließung an einem Tag hochzufahren“, sagt Savvas Amanatidis, Inhaber des Cafés und Restaurants „Notre‘s“ am Inselschlösschen am Hariksee in Schwalmtal. „Wir haben auch Bedenken, dass wir wegen steigender Inzidenzwerte nach einer Woche wieder schließen müssten. Im vergangenen Jahr mussten wir Lebensmittel im Wert von 50.000 Euro entsorgen.“ Auch beim Restaurant „Ambiente“ in Niederkrüchten-Overhetfeld werden sich die Gäste noch etwas gedulden müssen, sagt Betreiber Camil Emric. „Anders als ein Eiscafé können wir nicht sofort wieder öffnen, wir brauchen etwas mehr Vorbereitungszeit.“ Wann es weitergehe, werde Anfang der kommenden Woche feststehen. Jens Dreher vom „Haus Strötges“ am Borner See weiß ebenfalls noch nicht genau, wann er wieder öffnen wird. Zum einen lässt er noch umbauen, zum anderen sieht er Probleme bei der Warenbeschaffung: So soll die Lieferzeit für Fassbier bei drei Wochen liegen, auch bei anderen Dienstleistern sehe es ähnlich aus. Auch wegen des Wetters plant er zunächst nur mit einer „Light Eröffnung“.