Großkontrolle der Polizei: Auf Einbrecher-Jagd in Elmpt

Großkontrolle der Polizei : Auf Einbrecher-Jagd in Elmpt

2400 Beamte aus zwölf Behörden, dazu Einsatzkräfte der Bundespolizei und direkt an den Grenzen dazu rund 60 Kräfte aus den Niederlanden – am Donnerstag gab es den größten Polizeieinsatz seit langem. Unsere Reporterin war in Elmpt dabei.

2400 Beamte aus zwölf Behörden, dazu Einsatzkräfte der Bundespolizei und direkt an den Grenzen dazu rund 60 Kräfte aus den Niederlanden — am Donnerstag gab es den größten Polizeieinsatz seit langem. Unsere Reporterin war in Elmpt dabei.

Von morgens bis abends waren die Grenzen zwischen Kleve im Norden und Aachen im Süden dicht. A3, A57, im Grenzland die A61 und die A52, im Aachener Raum dann die A4 und A44. Und wer im Radio schon die Meldungen gehört hatte, dass diese Kontrollen stattfinden, und sie schlau umfahren wollte, der wurde kalt erwischt.

"Was wollt Ihr von mir? Ich bin doch ein ganz lieber Junge!"

So ging es einem jungen Niederländer, der zwischen Roermond und Elmpt nicht die A52, sondern den Parallelweg, die alte B230, benutzt hatte. Als er auf die Kontrolle zufuhr, warf er schnell einen Joint aus dem Fenster und spülte sich den Mund mit Bier um. Den Drogenvortest, der natürlich positiv war, ließ er geschehen, konnte aber nicht verstehen, dass er etwas Verbotenes getan haben solle. "Was wollt Ihr von mir? Ich bin doch ein ganz lieber Junge!", rief er lautstark in Richtung der Beamten, die ihm erklärten, dass nun eine Blutprobe fällig sei.

Hier kam auch Drogen-Spürhund Miko zum Einsatz, ein belgischer Schäferhund. Die geringe Menge an Cannabis, die der Mann noch in seinem Honda Civic versteckt hatte, hatten aber die Beamten schon gefunden, der Rest des Wagens war sauber.

Entscheidung nach Täterprofil

Er war aber nur so etwas wie "Beifang" in der groß angelegten Aktion, die den Namen "MOTIV" trug. Das steht für "mobile Täter im Visier". Es geht um Einbrecherbanden, die international operieren. "Meist sind es Südost-Europäer, die ihren Rückzugsraum in den Benelux-Staaten haben und für die Beutezüge nach Deutschland kommen", sagt Markus Niesczery, Pressesprecher der Düsseldorfer Polizei. Die koordinierte den gesamten Einsatz, dessen Ziel es war, die Reisewege der Täter zu stören, Präsenz zu zeigen — und vielleicht auch den ein oder anderen Täter zu schnappen.

Wer auf der A52 unterwegs war, gewann kurz hinter der Grenze den Eindruck, hier müsse eine Baustelle sein. Die Geschwindigkeit wurde auf 40 km/h heruntergesetzt, es wurde einspurig. Und dann stand da der erste Polizist, der die Entscheidung traf, ob das Auto weiterfahren durfte oder kontrolliert wurde.

Manche Autofahrer zeigen Verständnis

"Es gibt ein bestimmtes Täterprofil", erläuterte Niesczery. "Meist sind es Männer zwischen 25 und 35 Jahren, die einen älteren Gebrauchtwagen, einen Mietwagen oder auch einen Kastenwagen fahren." Ein 25-jähriger aus Düsseldorf, der mit einem alten Fiesta unterwegs war, hatte großes Verständnis für die Kontrolle. "Damit muss man rechnen, wenn man über die Grenze fährt", sagte er. "Dafür sind die Grenzen ja auch 99 Prozent der Zeit offen." Seine Freundin studiert in Maastricht, von daher pendelt er seit einem Jahr regelmäßig — und war bis gestern noch nie kontrolliert worden.

Er konnte seine Fahrt schnell fortsetzen. Anders zwei Polen mittleren Alters. Sie kamen den Ermittlern verdächtig vor, denn der Skoda aus Dortmund, mit dem sie unterwegs waren, gehörte keinem von beiden.

Elf Billighandys mit Wegwerfkarten in einem Auto

Sie waren von Polen aus in die Niederlande geflogen und jetzt in dem Wagen eines Freundes unterwegs, den der für sie dort hinterlassen hatte. Im Wagen fanden die Beamten elf funktionsfähige Billighandys, alle mit Wegwerfkarten ausgestattet. Die Ermittler vermuteten eine Zugehörigkeit zu einer Bande von Autodieben. Da aber nichts gegen sie vorlag, konnten sie — zwar mit deutlich mehr Aufenthalt als andere Autofahrer — am Ende auch wieder fahren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Großkontrolle auf der A52 bei Elmpt

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