Auf der Regionalkonferenz in Viersen stellte die Niederrhein-Tourismus GmbH ein neues Konzept vor.

Kreis Viersen : Die neuen Image-Pläne für den Niederrhein

Unter der Marke „Niederrhein. So gut. So weit.“ soll die Region intensiver als bisher vermarktet werden. Die Niederrhein-Tourismus GmbH stellte das neue Konzept bei der Regionalkonferenz vor.

Wenn er in Südtirol Urlaub mache, falle ihm immer der einheitliche Werbeaustritt der Region und ihr Slogan „Südtirol bewegt“ ins Auge, sinnierte Landrat Andreas Coenen (CDU). Er fügte den Wunsch hinzu, dass sich auch der Niederrhein in diese Richtung bewege. Er sagte dies in Sichtweite der Hinsbecker Schweiz im Restaurant des Golfplatzes Haus Bey in Nettetal vor rund 60 Bürgermeistern, Hotel- und Restaurantbesitzern sowie Freizeitunternehmern aus dem Kreis Viersen. Sie wollten hören, wo es künftig lang gehen wird. Dazu hatte die Niederrhein-Tourismus GmbH, die an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Viersen angedockt ist, sachkundigen Rat aus Wien geholt. Nach einem längeren Entwicklungsprozess präsentierte der Zukunftsforscher Andreas Reiter nun das Ergebnis.

Unter der Dachmarke „Niederrhein. So gut. So weit.“ soll künftig für „Faszinationsfelder Kultur in der Natur, Stadt-Land-Fluss und Lebensfreude“ zwischen Rhein und Maas geworben werden. Leitmotiv aller Überlegungen zur „DNA des Niederrhein“ müsse die Frage sein: „Welches Lebensgefühl erwartet der Gast hier?“ Und er hatte gleich Antworten: zupackend, verlässlich, offen, unkompliziert, inspirierend. Als Zielgruppen sah er liberal-intellektuelle und sozial-ökologische Milieus, die aber auch Anforderungen stellten, sodass die Angebote entsprechend hochklassig sein müssten.

Der Forscher, der schon für rund 30 Regionen vorwiegend im Alpenraum Tourismuskonzepte erarbeitet hat, machte darauf aufmerksam, dass die Entwicklung einer Marke Zeit brauche, ehe sie im Bewusstsein ankomme. Es müssten alle mitmachen: „Es muss ein Niederrhein-Orchester geben. Wenn einer einen falschen Ton spielt, wird die Marke beschädigt.“

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Begeistert von dem Konzept zeigte sich WFG-Geschäftsführer Thomas Jablonski, während Bernd Schönmackers, Geschäftsführer der Grefrather Eissport & Eventpark GmbH, gleich an die praktische Umsetzung ging: „Wir werden das Logo gern auf unsere Flyer drucken und im Internet verwenden.“

Auch Michael Puschmann, Geschäftsführer des Naturparks Schwalm-Nette, sah Vorteile für die bundesweite Vermarktung der Region, von der auch der Naturpark profitieren werde. Touristen, die auf Premiumwanderwegen laufen wollten, wüssten gleich, in welche Landschaft es gehe. Zum Hinweis auf die nötigen besonderen Angebote bemerkte er: „Die Premiumwanderwege haben uns sehr viele zusätzliche Besucher gebracht.“

Mit Hochdruck arbeitet die Tourismus-GmbH an einer Neugestaltung ihrer Internetseite, die nach Angaben der Geschäftsführerin Martina Baumgärtner als „Kern­element unserer Werbeaktivitäten“ Mitte Februar fertig sein soll. Sie bietet erstmals eine Volltextsuche und ein ausgebautes Informationsportal für Veranstaltungen. Es soll Tipps für 365 Tage im Jahr geben und „Schlechtes-Wetter-Angebote“.

Dem Auftritt wird eine Geschäftsplattform (B2B) angedockt, für die die Netzwerke noch aufgebaut werden. Es soll kein „Bauchladen werden, sondern Qualität muss sich widerspiegeln“. Dazu werden jährlich zwei Workshops mit Unternehmen stattfinden.

Wie umfangreich der neue Auftritt und auch der Katalog, der im März erscheinen soll, letztendlich werden, hängt von den zahlenden Unternehmen ab. Es fließen aber auch öffentliche Gelder in das Projekt, sagte Baumgärtner. Er wollte deren Höhe aber nicht beziffern.

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