Informationen und Schutzmaßnahmen Apotheker im Kreis Viersen warnen vor Zecken

Kreis Viersen · Gerade für Kinder ist die Gefahr groß, von einer Zecke gestochen zu werden, weil sie sich häufig im Freien aufhalten. Die Apotheker im Kreis Viersen informieren über Schutzmaßnahmen.

 Zecken können gefährliche Krankheiten wie zum Beispiel  FSME und Borreliose übertragen.

Zecken können gefährliche Krankheiten wie zum Beispiel  FSME und Borreliose übertragen.

Foto: Pfizer/zecken.de

Zecken breiten sich immer weiter in Deutschland aus. Sie können gefährliche Krankheiten wie FSME und Borreliose übertragen. Das Robert-Koch-Institut hat für 2022 sechs weitere Regionen zu FSME-Risikogebieten erklärt, dazu zählt mit Solingen erstmals auch eine Region in Nordrhein-Westfalen. Die Apotheker im Kreis Viersen informieren deshalb nun über wirksame Schutzmaßnahmen:

Was ist FSME? FSME steht für die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Zecken können das Virus übertragen, das die Erkrankung auslöst. Bei milder Ausprägung führt FSME den Fachleuten zufolge zu Abgeschlagenheit, Fieber und Halsschmerzen. Bei schweren Verläufen kann es zur Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute kommen. Als Folge treten sehr starke Kopfschmerzen, bis hin zu Lähmungen, Koma und Krampfanfällen auf. Bei etwa einem Prozent der Erkrankten verläuft die Erkrankung tödlich.

Wie sinnvoll ist eine Impfung? „Bereits nach zwei Impfungen, die man im Zeitraum von ein bis drei Monaten durchführen kann, besteht ein bis zu 98-prozentiger Schutz vor FSME. Für einen vollen und länger anhaltenden Impfschutz sind drei Impfungen erforderlich“, erklärt Joachim Kresken, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Viersen. Gerade bei Kindern sei die Gefahr besonders groß, von einer Zecke gestochen zu werden, da sie sich häufig im Freien aufhalten. Eine Impfung sei ab einem Alter von einem Jahr möglich. Die Apotheker raten, sich dafür an Kinderarztpraxen zu wenden.

Was schützt noch vor Zecken? „Wer nicht von den gefährlichen Quälgeistern gestochen werden will, kann sich auch mit sogenannten Repellentien schützen. Das kommt vom lateinischen Wort ,repellere‘ und bedeutet ,abwehren‘. Es gibt synthetische und biologische Mittel, die neben Zecken auch Mücken, Bremsen und Fliegen vertreiben können“, erläutert Apotheker Kresken. Die Repellentien seien Cremes oder Lotionen, die regelmäßig auf die Hautstellen aufgetragen werden sollten, die nicht durch Kleidung geschützt sind. Wichtig sei auch, regelmäßig nachzucremen, denn manche Mittel wirkten nur wenige Stunden. Dass sich Zecken von den Bäumen fallen lassen, sei ein Gerücht. Die Apotheker im Kreis Viersen weisen darauf hin, dass die Zecken im Unterholz der Wälder, in Büschen und Wiesen warten – beim Vorbeigehen würden sie von Ästen, Blättern oder Grashalmen abgestreift. Daher können lange Kleidung und festes Schuhwerk als vorbeugender Schutz vor Zeckenbissen sinnvoll sein. Die Hosenbeine sollten in die Socken gesteckt werden. Wichtig sei, den ganzen Körper jeden Abend auf die oft winzigen Blutsauger abzusuchen.

Was ist nach einem Zeckenstich  zu tun? Eine Zecke, die sich bereits festgesetzt hat, sollte schnell entfernt werden. Hilfsmittel wie spezielle Zangen oder Karten halten Apotheken bereit. Anschließend die Haut desinfizieren und die Stelle einige Zeit jeden Tag begutachten. Breitet sich eine ringförmige oder kreisrunde Rötung um den Zeckenstich aus, deute das auf eine Borreliose hin, erklären die Apotheker. Ein Arzt sollte dann sofort aufgesucht werden.

(naf)