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Anwohner in Viersen-Dülken ärgern sich über Hundekot

Burgacker in Viersen : Väter verärgert über 51 Hundehaufen

Im Baugebiet Burgacker in Dülken sind viele Familien erbost über die Verunreinigungen der Grünflächen durch Hundekot. Sie wünschen sich verstärkte Kontrollen durch das Ordnungsamt.

Wohnen am Burgacker in Dülken – das heißt ruhiges Leben am Stadtrand in einem reinen Wohngebiet mit viel Grün und einer direkten Anbindung an die Innenstadt. Allerdings haben etliche der dort lebenden Familien eine Entwicklung festgestellt, die sie erbost. „Die Problematik der Hundehaufen in der Grünanlage ist immer schlimmer geworden. Sie bestand von Anfang an, hat sich aber zunehmend vergrößert und ist so nicht mehr tragbar“, sagt etwa Rainer Schwichtenberg, der mit zu den ersten Anwohnern in dem Baugebiet gehörte.

Der Grünstreifen zwischen Eintrachtstraße und Franz-Hellner-Straße ist nach Ansicht der Anwohner zu einer Hundetoilette geworden. Dass dort viele Hundebesitzer mit ihren Vierbeiner spazieren gehen und die Strecke zu einem „Hunde-Highway“, wie es Dirk Jurick beschreibt, geworden ist, stört niemanden. Was stört, sind die Hinterlassenschaften der Hunde, die von den Haltern nicht weggemacht, sondern achtlos auf dem Weg sowie den angrenzenden Rasenflächen liegengelassen werden. Und das sogar in unmittelbarer Nähe der beiden Spielanlagen. Entlang der Strecke befinden sich nah beieinander zwei Spielgelegenheiten in Form einer Schaukel und eines Klettergerüstes mit Rutschen für kleinere Kinder. „Die Kinder bewegen sich natürlich auch in dem Grün direkt an den Spielmöglichkeiten und damit in dem Hundekot, der dort liegt. Kot an Schuhen und Bekleidung ist keine Seltenheit und das ist alles andere als angenehm“, sagt Anwohnerin Silke Eichert.

Schon mehrmals sprachen die Familien die Verwaltung der Stadt Viersen an und baten um Unterstützung bei der Lösung des Problems. „Wir könnten uns eine Hundestation vorstellen. Mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt wären ebenfalls wünschenswert, bei denen Hundebesitzer, die den Kot nicht wegmachen, mittels Geldstrafe verwarnt werden“, sagt Anwohner Sebastian Kutsch. Die Familien bieten an, eine Hundestation entsprechend mit städtischen Tüten zu befüllen. Die Stadt müsste sich nicht darum kümmern. Doch bisher geschah laut Aussagen der Anwohner nichts, außer einem Besuch des Ordnungsamtes im vergangenen Jahr. Da die Situation für sie immer unerträglicher wird, griffen jetzt mehrere Familien zu Fähnchen und markierten in einer gemeinsamen Aktion die Hundehaufen zwischen den beiden Spielgeräten. 51 Fähnchen kamen auf der kurzen Strecke zusammen.  Sie machten Fotos von der Aktion und ließen sie der Stadtverwaltung zukommen. Dort ist das Problem bekannt, wie eine Anfrage an die Stadt Viersen ergab. „Das Problem der Hundehinterlassenschaften ist flächendeckend. Auch dort, wo Hundestationen stehen. In diesen Bereichen ist es zudem oftmals so, dass Tüten mit dem Kot im Grün entsorgt werden und nicht im Mülleimer“, sagt Thomas Biener, Abteilungsleiter Ordnung und Sicherheit. Die Stadt führt überall Schwerpunktkontrollen in Zivil durch, darunter auch am Burgacker. „Aber wir können nicht überall gleichzeitig sein, zumal wir auch noch andere Aufgaben haben.“

In Viersen sind 37 Hundestationen samt der dazugehörigen Mülleimer aufgebaut. Die Anschaffungskosten pro Station und Eimer liegen bei rund 300 Euro. Die Befüllung dieser Stationen mit Tüten kostet die Stadt jährlich 5000 Euro. Der Verwarngeld-Katalog sieht bei nicht entferntem Hundekot Geldstrafen von 25 bis 60 Euro vor. Die Staffelung richtet sich danach, wo der Kot liegengelassen wurde. Ein Hundehaufen auf einem Spielplatz ist teurer als auf dem Grün einer öffentlichen Fläche.

Den Bürgern bleibt in Sachen Hundekot die Möglichkeit einer privaten Anzeige bei der Stadt. Wobei die Beweislast in diesem Fall schwierig ist.