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Antrag in Brüggen: Bauhof soll überfahrene Tiere identifizieren

Ungewissheit über Tier-Schicksal beenden : Antrag: Bauhof soll überfahrene Tiere identifizieren

Sandra Sternberger aus Brüggen vermisst Luna. Das Schlimmste sei die Ungewissheit. Eine Idee der Wählergemeinschaft „Wir“ könnte helfen.

Hellgrüne  Augen, schwarzes Fell mit weißen Stellen und weiße Söckchen: Das ist Katze Luna. Bis August lebte sie als Freigängerin in Brüggen-Genholt, „blieb aber immer in Rufweite“, erzählt Lunas Besitzerin Sandra Sternberger (26). Doch seit Oktober ist Luna nicht mehr nach Hause kommen, wird seitdem über das Haustierregister Tasso gesucht. „Luna ist nach meinem Umzug bei meinen Eltern geblieben, weil sie dort gut nach draußen konnte“, erzählt Sternberger.

Sie hofft, ihre schwarz-weiße Katze, die 2011 aus dem Tierschutz zu ihr kam, wiederzufinden. Oder zumindest zu erfahren, ob Luna etwas zugestoßen ist. „Die Ungewissheit ist das Schlimmste“, sagt Sandra Sternberger. Das weiß sie auch aus ihrem beruflichen Alltag, denn die 26-Jährige arbeitet als tiermedizinische Fachangestellte in einer Tierarztpraxis in Born.  „Ich habe eine Liste mit vermissten Tieren angelegt. Die Liste ist sehr lang“, erzählt sie. Oft würden Besitzer über Jahre  nach ihrem Tier suchen und auf ein Wiedersehen hoffen. Besonders häufig würden Katzen vermisst, die Freigänger sind. So wie Luna. Bei Tasso sind seit 2020 acht Katzen aus Brüggen als vermisst registriert.

Damit Besitzer mehr über das Schicksal ihrer entlaufenen Tiere erfahren und die Gewissheit erhalten, wenn ihre Katze oder Hund etwa auf der Straße überfahren wurde, hat die Wählergemeinschaft „Wir“ einen Antrag gestellt.  Demnach sollen die Mitarbeiter des Bauhofs mit einem Chip-Lesegerät ausgestattet werden und es bei tot aufgefundenen Tieren anwenden.

Dieser Antrag steht voraussichtlich in der auf 16. Februar verschobenen Sitzung des Gemeinderats auf der Tagesordnung. „Das übliche Vorgehen wäre dann, den Antrag in den Fachausschuss zu verweisen. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass unser Antrag direkt in der Sitzung behandeln wird“, sagt René Bongartz, zweiter Vorsitzender der Wählergemeinschaft.

Bisher bringen Mitarbeiter des Bauhofs tot aufgefundene Tiere zum Bauhof, ehe sie nach einer Wartezeit in die Tierkörperbeseitigung kommen. Laut René Bongartz lägen die Kosten für ein Lesegerät bei rund 30 Euro, allerdings würden die Mitarbeiter des Bauhofs zusätzlich Zeit für die Identifikation der Fundtiere über Nummer und Mikrochip aufbringen müssen. Sie sollten, so die Idee der Wählergemeinschaft, die Identifikationsnummer des Tieres an Tasso oder Findefix weitergeben. „Zusätzlich könnte die Informationen in rücksichtsvoller Form auch auf der Webseite der Gemeinde Brüggen veröffentlicht werden“, schlägt Bongartz vor. Dadurch würden Tierbesitzer nicht dauerhaft im Unklaren bleiben, was mit den Vierbeinern passiert sei.