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Anne-Frank-Gesamtschule Viersen plant ungewöhnliches Theater-Projekt

Schule in Viersen : Schüler suchen Sponsoren für Theater-Hör-Filmspiel

Die Theater-AG der Anne-Frank-Gesamtschule hat eine Idee, wie sie ihr Stück „Mord im Hotel“ doch noch vor Ende des aktuellen Schuljahres zeigen kann.

Normalerweise wäre die Theater-AG der Anne-Frank-Gesamtschule in diesem Jahr mit einem spannenden Krimi unter dem Titel „Mord im Hotel“ vor die Zuschauer getreten. Die Pandemie machte das aber unmöglich – stattdessen soll es das Ganze nun als Theater-Hör-Filmspiel geben. Dafür ließen sich die Schauspieler einzeln in ihren Rollen aufnehmen, die Einzelteile werden zusammengesetzt. Für die Kostenübernahme sucht die Theater-AG allerdings noch Sponsoren. Sie hofft, dass alles bis zum Ende des aktuellen Schuljahres fertiggestellt ist. Dann soll das Theater-Hör-Filmspiel auf Youtube und der schuleigenen Homepage gezeigt werden.

Dass die Theater-AG nicht ganz auf ihr Projekt verzichten musste, ist der Kreativität und dem Engagement der neunköpfigen Gruppe mit Leiterin Franka von Werden zu verdanken. Denn normalerweise hätten allein schon die Proben nicht stattfinden können, da die Theater-AG jahrgangsübergreifend ist. Sich in der Schule mit Schülern aus verschiedenen Jahrgängen zu treffen, war aufgrund der Pandemie nicht möglich. In der AG sind Schüler aus der neunten bis 13. Stufe. „Wir hatten kurz vor der zweiten Welle der Pandemie das neue Stück angefangen, als das Aus für die Proben kam“, erinnert sich von Werden, die Schauspiel und Gesang studiert hat und eigens für die Theater-AG an der Gesamtschule arbeitet. In der Entwicklung des neuen Stückes steckte bereits jede Menge Arbeit. Die Kriminalgeschichte aus der Hand der Schauspielerin stand an sich und die Rollen waren vergeben. Alle überlegten, wie es weitergehen könnte. „Wir waren zunächst in einer Art anfänglicher Schockstarre. Wir haben über eine WhatsApp-Gruppe Kontakt gehalten“, sagt Gisela Charaf, die als einzige Lehrerin ein aktives Mitglied der Theatergruppe ist und selber die Rolle der Operndiva Anastasia Clark übernommen hatte. Dann kam die zündende Idee. Warum nicht online von daheim aus weiterproben?

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Was sich zunächst für alle etwas utopisch anhörte, fand seine Umsetzung über Zoom. Für alle war es mehr als nur ungewohnt, vor dem heimischen Rechner seine Rolle zu spielen, ohne den Mitspieler direkt gegenüber zu haben. Aber alle gewöhnten sich daran. „Ich habe mich immer auf die Proben gefreut. Die AG bedeutet für mich Freizeit und die fand nun eben am Rechner statt. Wir konnten auf diesem Weg sogar mit Mitstreitern proben, die in Quarantäne waren“, sagt Lena Maaßen. Die 19-jährige Abiturientin spielt dabei die Anwältin Katrin Brunner. Über den Computer wurde fleißig miteinander Theater gespielt, einmal sogar mit Kostümen und Requisiten.

Proben war das eine, das andere war es, das Ganze für Zuschauer erlebbar zu machen. Es war klar, dass eine klassische Aufführung, mit der auch immer das Geld eingespielt wird, das für die Inszenierung benötigt wird, nicht möglich sein konnte. Von Werden kam die Idee, sich an den Hörspiellesungen der bekannten Serie „Die drei ???“ zu orientieren. „Das war quasi mein Vorbild. Bei diesen Hörspiellesungen erleben die Zuschauer eine Live-Lesung mit den jeweiligen Rollen und entsprechender Geräuschuntermalung“, sagt sie. Langsam aber sicher kristallisierte sich eine Lösung heraus. In einem leerstehenden Souterrainraum, der zukünftig das Büro für den didaktischen Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule sein wird, konnte von Werden zusammen mit jedem einzelnen AG-Teilnehmer dessen Rolle aufnehmen. Neun Videospuren und neun Tonspuren entstanden. „Es war schon komisch, ganz alleine vor einer Kamera zu stehen und seine Rolle zu sprechen. Vor Publikum mit den anderen Darstellern zu spielen finde ich entspannter“, sagt Maaßen.

Zu Ende ist die Arbeit aber noch nicht. Von Werden steht jetzt vor einer Mammutaufgabe. Die einzeln aufgenommenen Spuren müssen neben- und übereinander gelegt sowie geschnitten werden. Dafür ist die Hilfe eines Fachmannes gefordert. „Mein Lebensgefährte Tim übernimmt diese Aufgabe. Er ist Musiker und kennt sich aus“, berichtet von Werden. Die Kosten für die Arbeit belaufen sich auf rund 600 Euro.

Info Wer die AG unterstützen möchte, kann per E-Mail an franka.vonwerden@gmx.net Kontakt aufnehmen.