Viersen: Angehörige tauschen sich aus

Viersen: Angehörige tauschen sich aus

Die Caritas-Pflegestation Viersen hat ein neues Angebot ins Leben gerufen: Einmal im Monat treffen sich pflegende Angehörige zum Gespräch in der Pflegestation.

Der Altersbogen ist breit gespannt und reicht von der knapp 40-jährigen Frau bis zum 86-jährigen Senior. So unterschiedlich alt wie sie auch sind, sie alle verbindet eines: Jeder Einzelne von ihnen pflegt einen Angehörigen daheim. Und das ist nicht immer einfach, wie der rege Gesprächsaustausch zwischen ihnen zeigt.

Ein jeder erzählt von seinen Nöten und Sorgen. "Es tut einfach gut, dass man weiß, da sind auch noch andere Menschen, die in der gleichen Situation stecken, wie man selbst. Der Austausch hilft ein Stückchen weiter", meint eine der Teilnehmerinnen. Genau das empfinden die anderen Teilnehmer des neuen Angebotes der Caritas-Pflegestation Viersen genauso. Seit November vergangenen Jahres bietet die Station pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, sich regelmäßig auszutauschen. "Die Idee, solche Gesprächskreise flächendeckend bei der Caritas anzubieten, besteht schon länger. Es gab solche Angebote für pflegende Angehörige vor vielen Jahren bereits einmal, aber irgendwie verschwanden sie wieder. Dem wirken wir nun mit dem aktuellen Gesprächskreis entgegen", betont Lilian Bridonneau, Leiter der Caritas-Pflegestation Viersen, der den einmal im Monat stattfindenden Gesprächskreis betreut.

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Bridonneau zeigt sich erfreut über die gute Annahme. Direkt beim ersten Mal am 15. November 2011 kamen fünf Interessierte. Neben dem Austausch und dem Sich-gegenseitig-Tipps-Geben steht fachliche Information mit im Vordergrund. Fragen rund um die Pflege werden von Lilian Bridonneau sowie einer weiteren Fachkraft beantwortet, und es gibt Hilfe beim Stellen von Anträgen, dem Beantragen der Pflegestufe und dergleichen.

Dazu gab es bereits den Besuch eines ersten Referenten. "Wir möchten nämlich bestimmte Themen von Fachleuten einmal näher erläutern lassen", erklärt Lilian Bridonneau. Das erste Referat beschäftigte sich so mit dem Thema Patientenverfügung. Lilian Bridonneau hofft nun, dass das Angebot des Gesprächskreises weiterhin gut angenommen wird und dass pflegende Angehörige, aber auch Menschen, die einfach mehr über das Thema Wissen möchten, weil möglicherweise in absehbarer Zeit eine solche Pflege ansteht, einfach vorbeikommen und einmal in den Gesprächskreis hineinschnuppern. Denn eine Hemmschwelle, das weiß Lilian Bridonneau aus Erfahrung, gibt es bei dem Thema immer noch.

(RP)
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