Infrastruktur im Kreis Viersen Neue Erdkabel für Strom aus der Nordsee

Kreis Viersen · Von weiteren Off-Shore-Windparks soll mehr grüner Strom in die Rhein-Ruhr-Region kommen. Netzbetreiber Amprion plant dazu die Stromtrasse Windader West. Am 11. Juni beginnt dafür das Raumordnungsverfahren.

Über große Entfernungen wird die Energie als Gleichstrom transportiert. Dafür gelten Erdkabel als Stand deer Technik.

Über große Entfernungen wird die Energie als Gleichstrom transportiert. Dafür gelten Erdkabel als Stand deer Technik.

Foto: dpa/Carsten Rehder

Windader West ist der Name eines Netzsystems, mit dem Strom aus Offshore-Windenergieanlagen in der Nordsee in das Stromnetz in NRW eingespeist werden soll. Die Amprion Offshore GmbH plant dazu den Neubau von vier Offshore-Netzanbindungssystemen zu den Verbrauchszentren im nördlichen Ruhrgebiet, an der Grenze zum Münsterland sowie am Niederrhein und im Rheinland. Vorgesehen ist, dass dabei ein Kabel von Norden aus durch den Kreis Heinsberg läuft. Demnach würde es an Mönchengladbach vorbei durch den Kreis Viersen verlaufen, ebenso durch Wegberg und Erkelenz. Endpunkte sollen die Netzverknüpfungspunkte in Rommerskirchen (Kreis Neuss) und Niederzier (Kreis Düren) sein.

Der Netzbetreiber Amprion als Vorhabenträger hat jetzt die Durchführung einer Raumverträglichkeitsprüfung beantragt. Aufgrund der Raumbedeutsamkeit und überörtlichen Bedeutung prüfen die zuständigen Regionalplanungsbehörden (Bezirksregierungen Düsseldorf, Köln und Münster sowie der Regionalverband Ruhr) das Vorhaben nun in einem gemeinsamen Verfahren auf dessen Raumverträglichkeit. Die Bezirksregierung Düsseldorf übernimmt dabei die Federführung. Die Raumverträglichkeitsprüfung ist der erste Teil eines zweistufigen Planungsprozesses für das Vorhaben. Es folgt in der Regel ein Planfeststellungsverfahren.

Ergebnis des ersten Verfahrens ist eine gutachterliche Stellungnahme mit Empfehlung des raumverträglichsten Korridors. Die entsprechenden Verfahrensunterlagen sind ab Dienstag, 11. Juni bis zum 11. Juli online über das Beteiligungsportal des Landes NRW (Beteiligung NRW) öffentlich einsehbar https://beteiligung.nrw.de/portal/brd/beteiligung/themen/1007345.

In diesem Zeitraum besteht für die Öffentlichkeit sowie öffentliche Stellen die Möglichkeit, zu dem Vorhaben Stellung zu nehmen. Stellungnahmen sollten vorzugsweise per E-Mail an Dez32.Regionalplanung@brd.nrw.de oder alternativ schriftlich oder zur Niederschrift bei den oben genannten Bezirksregierungen sowie dem RVR abgegeben werden. Ergänzend zur Veröffentlichung liegen die Verfahrensunterlagen bei der Bezirksregierung Düsseldorf auch als Druckfassung öffentlich aus.

Auch die Stadt Viersen hat dazu eine Stellungnahme abgegeben, wie Susanne Fritzsche, Viersens technische Beigeordnete, am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und -planung erklärte. „Wir werden unsere Stellungnahme in der nächsten Ausschusssitzung vorstellen“, kündigte Fritzsche an. Diese ist geplant für Montag, 1. Juli.

Mit dem Windenergie-auf-See-Gesetz hat die Bundesregierung Anfang 2023 die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Offshore-Windparks festgeschrieben: Die Leistung soll auf 40 Gigawatt im Jahr 2035 und 70 Gigawatt im Jahr 2045 steigen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Windparks auf See somit im Jahr 2035 so viel elektrische Leistung bereitstellen können wie mehr als 50 große Kohlekraftwerke.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort