Am Albertus-Magnus-Gymnasium Viersen-Dülken steht Tauchen auf dem Stundenplan

Albertus-Magnus-Gymnasium Dülken : Unterricht, der echt was taucht

Am Albert-Magnus-Gymnasium in Dülken können Schüler demnächst im Unterricht Schnuppertauchen. Dafür gab es zunächst für Lehrer selbst Unterricht.

Mit Tischtennisbällen, Löffeln, Plastikringen oder einem Eimer unter Wasser: Wer tauchen lernen will, muss zunächst die Grundlagen lernen, und das gerne spielerisch. Mit Lehrer Alexander Wojatzki, der am Gymnasium Sport und Erdkunde unterrichtet, lernen und üben an diesem Abend im Schwimmbad des Albert-Magnus-Gymnasium (AMG) Dülken fünf Lehrer und Referendarinnen, was demnächst zum Schulunterricht dazugehören soll. Denn am AMG soll Tauchen nun nicht mehr nur als AG angeboten werden, sondern als „Schnuppertauchen“ auch im Unterricht. Dazu vermitteln Wojatzki und zwei Taucher der Tauchabteilung des ASV Süchteln zunächst Grundlagen in Theorie – danach geht‘s für die Teilnehmer ins Becken.

„Viele Lehrer trauen sich nicht ans Tauchen heran“, sagt Wojatzki. Er hat vor rund vier Jahren die Taucher-AG am Gymnasium ins Leben gerufen. Er selbst ist auch Tauchlehrer und Mitglied des Tauchsportverbands NRW. Tauchen sei in Schulen  eine Ausnahme – trotz der vielen Vorteile, die es für den Unterricht berge. „Schüler können Kenntnisse aus anderen Fächern wie Physik direkt anwenden und sehen, wie sich zum Beispiel Farben, Druck oder Gewicht verändern“, findet Wojatzki. Außerdem habe er erlebt, dass das Tauchen den Kindern in allen Altersgruppen in der Regel viel Spaß mache. Und es sei gut umsetzbar, auch in der Unterrichtszeit den Schülern die Grundlagen im Umgang mit Schnorchel, Flossen und Taucherbrille beizubringen, ebenso wie die Grundlagen zur Sicherheit im und unter Wasser. Allerdings sehe er auch die Problematik in mangelnden Schwimmbecken: „Es werden immer weniger Bäder, die Zeitfenster sind sehr gefragt, wir haben mit dem eigenen Becken wirklich einen großen Vorteil.“ Für die Übungen, die Teil des Sportunterrichts werden sollen, müssen die Lehrer keine Tauchlehrer-Ausbildung machen. Die Profis vermitteln den interessierten Lehrern die notwendigen Grundlagen, die es zum Schnuppertauchen braucht. „Den pädagogischen Teil, wie die Dinge verständlich zu erklären und den Schülern zu vermitteln, beherrschen die Kollegen. Es ist aber wichtig, dass jeder seine Rettungsfähigkeit nachweisen kann und die Sicherheitsregeln zum Tauchen kennt“, betont Wojatzki.

„Auch die Schüler sollen untereinander die Grundlagen sofort anwenden können, wie beim Überwachen der Tauchgänge zum Beispiel“, sagt der Lehrer. Das sieht so aus: Wenn gerade der Tauchpartner unten am Becken ist, um zum Beispiel eine Aufgabe zu lösen, behält ihn der andere Schüler in Nähe der Oberfläche im Blick. Kommuniziert wird mit Zeichen – so lässt sich schnell und klar mitteilen, ob alles in Ordnung ist oder ob man Hilfe braucht. Dies ist üblich beim Tauchen, und die Schüler sollen dies von Beginn an so kennenlernen.

Wesentlich sei es, dass Schüler auch den Druckausgleich lernen und richtig anwenden können, betont Wojatzki. Durch die Luft in den Atemgängen, die von innen gegen das Trommelfell drücken soll, wird der Druck ausgeglichen, den das Wasser wiederum auf der anderen Seite auf diesen Teil des Ohres ausübt. Zwar sei es unwahrscheinlich, dass es bei einer Tiefe von etwa drei Metern wie im AMG-Becken zu einem Riss des Trommelfells kommt, sagt Wojatzki. In größeren Übungsbecken bei einer Tiefe von beispielsweise etwa fünf Metern müssen Taucher jedoch Bescheid wissen, dass Schmerzen im Ohr auf jeden Fall ein Grund zum Auftauchen sind. „Das muss man den Schülern immer sagen und erklären.“

Im Unterricht soll mit Schnorcheln, Flossen, Übungen und Schwimmspielen geübt werden, nicht mit voller Taucherausstattung. Wojatzki: „Man kann auch verschiedene Staffelspiele umsetzen, die man im Sportunterricht auch in anderen Disziplinen umsetzt.“ Übungen würden außerdem helfen, sich nicht nur auf die Schnorchel und die Schwimmtechnik zu versteifen. Zwar sei diese wichtig, doch vor allem sollen die Schüler mit Spaß an der Sache das Tauchen ausprobieren – und vielleicht auch für sich entdecken, sagt Wojatzki. Wer anschließend Lust haben sollte, mit dem Tauchen weiterzumachen, sei in der Taucher-AG richtig. Wojatzki: „Durch die Unterstützung und die Zusammenarbeit mit der Tauchabteilung des ASV können wir auch die Geräte zur Verfügung stellen.“ Das volle Equipment mit Sauerstoffflaschen und Tauchkleidung wären als Anschaffung für eine Schule zu teuer.