Viersen: Alter Markt: Politiker für Neugestaltung

Viersen: Alter Markt: Politiker für Neugestaltung

CDU, SPD und FürVie empfehlen die Umgestaltung des historischen Platzes in Dülken. 18 Bäume sollen gefällt, elf neu gepflanzt werden

Die Politiker des Planungsausschusses empfehlen mehrheitlich, alle 18 Bäume auf dem Alten Markt und dem Hühnermarkt in Dülken zu fällen und den Platz umzugestalten. Elf der 18 Bäume sollen ersetzt werden. Genau das hatte die Verwaltung vorgeschlagen. Grüne, FDP und Die Linke lehnen die Umgestaltung ab. Die endgültige Entscheidung trifft der Bauausschuss.

Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, den Alten Markt in Dülken umzugestalten. Er soll zum Teil für den Autoverkehr freigegeben werden. Die Fahrgasse soll für Autos nur von Süden nach Norden bis Höhe der Hausnummer 13 befahrbar sein. An der Ostseite des Platzes sollen zehn Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden. Daneben sollen die technischen Installationen für die Marktstände und Open-Air-Veranstaltungen erneuert werden und einen neuen Standort bekommen. Die Stadt hatte die geplanten Fällungen damit begründet, dass die neun Mehlbeeren aufgrund mangelnder Vitalität in voraussichtlich fünf Jahren ohnehin ersetzt werden müssten. Winterlinden und Platanen stünden zu eng beieinander; bei Sturm seien häufig Äste aneinandergeschlagen.

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Der Abstimmung war eine muntere Debatte vorangegangen, wie die Stadt Viersen mit ihren Bäumen umgeht. "Wir lehnen die Planungen ab. Die Linden und Platanen auf dem Platz machen einen sehr stabilen Eindruck", erklärte Grünen-Ratsherr Ingo Wolff. Thomas Gütgens (CDU) entgegnete: "Es ist ja geplant, neue Bäume zu pflanzen - und zwar keine kleinen Setzlinge, sondern Bäume mit einem Stammumfang von 60 Zentimetern und einer Höhe von bis zu neun Metern." Die Umgestaltung des Alten Marktes diene dazu, Dülken zukunftsgerecht aufzustellen. "Diese Chance dürfen wir nicht vorbeiziehen lassen", sagte Gütgens.

Stefan Feiter (FDP) sagte: "Wir haben uns gewundert, dass alle Bäume weggerupft werden müssen." Er könne nicht erkennen, wie der Platz dadurch zukunftsfähiger wird. Heinz Plöckes (SPD) erinnerte an die Vorgeschichte: "In den 1970er-Jahren war der Alte Markt ein großer Parkplatz, da spielten Bäume gar keine Rolle. Bei drei Bürgerversammlungen sei das Konzept vorgestellt worden, sei dort mehrheitlich begrüßt worden. "Jetzt, wo es zum Schwur kommt, gerieren sich hier manche als Hüter des heiligen Grals. Die Platanen gehören überhaupt nicht ins Stadtbild." Wolff entgegnete, trotz der Neupflanzungen verzichte die Stadt auf Schatten und Flair. "Es ist irrwitzig. Die Denkmalschutzsatzung würdigt die Bäume als prägend, und hier soll entschieden werden, die Bäume zu fällen." Beatrice Kamper, technische Beigeordnete, stellte klar: "Die Denkmalschutzsatzung schützt nicht die Vegetation. Dennoch schlagen wir vor, die Bäume durch stadtbildprägende Exemplare zu ersetzen." Simone Gartz (CDU), Ortsbürgermeisterin von Dülken, mahnte: "Seit Jahrzehnten diskutieren wir, die aktuelle Planung ist auch schon zwei Jahre alt. In Dülken muss sich endlich etwas bewegen! Es geht nicht, dass wir um einzelne Bäume herumplanen." Die Mehrheit aus CDU, SPD und FürVie stimmte empfiehlt die Umgestaltung.

(mrö)
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