Schwalmtal: Alles für die Katz'

Schwalmtal: Alles für die Katz'

Birgit Vogels hat in Amern den ersten Schwalmtaler Katzensalon eröffnet. Dort können sich Stubentiger das Fell bürsten und scheren, aber auch die Krallen schneiden und die Ohren putzen lassen.

"Shiva" streckt das Näschen in die Luft, schnauft und lässt sich gemächlich auf dem Tisch im Katzensalon nieder. Die norwegische Waldkatze fühlt sich sichtlich wohl – was auch am Geruchsmix liegen mag, den die feine Nase des Stubentigers erschnuppert: Kleinen Kuschelkissen fürs liebe Vieh entströmt Baldrianduft, in Leckerli-Döschen hält Birgit Vogels Häppchen mit Katzenminz-Aroma und getrocknete Shrimps parat. Dass die 48-Jährige mit einer großen Bürste über Shivas weiches Fell streicht, stört die Katze nicht: Sie beginnt sogar zu schnurren.

Am Wochenende hat Birgit Vogels an der Amerner Dorfstraße den ersten Schwalmtaler Katzensalon eröffnet. Im Keller ihres Hauses, in dem die Amernerin auch ein Katzenhotel beherbergt, bietet sie nun Fellpflege für jeden Typ: Langhaar, Langhaarmix und solche, die trotz dicker Filzknäuel im Fell sich zuhause gegen jede Bürste sträuben. "Viele Tierbesitzer haben Probleme damit, die Katze zu bürsten", erzählt Birgit Vogels. "Sie wissen nicht, wie sie das Tier richtig anfassen sollen."

Wird bei langhaarigen Rassen das Fell nicht regelmäßig gebürstet, können sich Knötchen und sogar große Filzplatten bilden, die nicht mehr auszukämmen sind. "Die Haut darunter kann nicht atmen, oft bilden sich Ekzeme auf der Haut – ein Nistplatz für Parasiten. Da bleibt oft nur die Schur." Die, sagt die gelernte Tierheilpraktikerin, mache sie ganz sanft und ohne Narkose, "das ist besonders für ältere Tiere schonender."

Vogels war rund 20 Jahre als Krankenschwester tätig, bevor sie erst Medizinprodukte bei Ärzten bewarb und dann, vor drei Jahren, ganz von Mensch auf Tier umsattelte und sich zur Tierheilpraktikerin ausbilden ließ. Katzenhotel und nun der Katzensalon sind weitere Standbeine, denn Vogels hat sich ganz dem Stubentiger verschrieben: "Katzen sind faszinierend, weil sie sehr eigen sind und jede auf ihre eigene Art ganz viel Liebe zurückgibt." Um die Beziehung zwischen Mensch und Tier zu intensivieren, will Vogels demnächst auch Kurse anbieten: in Katzenmassage etwa und zur Aromatherapie bei Katzen.

Wer so dem Stubentiger liebevoll nähergerückt ist, sollte schon bei jungen Tieren die Gelegenheit nutzen und zur Bürste greifen, rät Vogels. "Je früher die Katze ans Bürsten gewöhnt wird, desto besser." Bei Katzenkindern eigne sich eine ganz weiche Bürste, "mit der man ganz leicht über das Fell streicht, wenn die Katze schmusen will", erklärt Vogels. Das tue auch Kurzhaarkatzen gut, allein der Durchblutung wegen. Dann noch ein Leckerchen – und das Bürsten bleibt bei Mieze in guter Erinnerung.

(RP)