Aktionsbündnis Niederrheinappell ohne Schwalmtal

Schwalmtal : Weseler Kies-Resulotion ohne Schwalmtal

Die „IG Schwalmtal for Future“ hatte die Aerkennung der Resolution gefordert. Sie kämpft gegen einen ausgedehnteren Kiesabbau in Lüttelforst.

Statt des kleineren Ganges-Zimmers musste der größere Bürgersaal her. Wegen des erwarteten Bürgerinteresses an der „nachhaltigen Rohstoffpolitik für Sand und Kies“ tagte der Ratsausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr unter dem Dach des Rathauses. Doch die überwiegend aus Lüttelforst stammenden Zuhörer verließen nach knapp zwei Stunden leicht enttäuscht die Sitzung. Denn der Ausschuss hatte abgelehnt, dass sich die Gemeinde der Weseler Resolution zum Kiesabbau anschließt

Dies hatte das „Aktionsnündnis Niederrhein-Appell“ bereits getan. Es wendet sich gegen längere Fristen für die Gewinnung von Kies und Sand am Niederrhein. Die „IG Schwalmtal for Future“ ist - wie auch Nabu und Bund auf landesebene -  Mitglied in diesem  Bündnis, das sich auf den Kreis Wesel konzentriert. Konkret geht es um Veränderungen im neuen Landesentwicklungsplan, der bisher strenge Festsetzungen etwas lockert: flexiblere Festlegung der Auskiesungsgebiete und längere Laufzeiten der Betriebszeiten (25 statt 20 Jahre). Das trifft den unteren Niederrhein wesentlich stärker als die Region zwischen Viersener Horst und Maasterrasse. Im Kreis Viersen sind außer den Leuthern vor allem die Lüttelforster betroffen.

Planungsdezernent Bernd Gather erinnerte in einer ausführlichen Vorlage daran, dass die Gemeinde schon 2018 ihre Bedenken gegen veränderte Festlegungen angemeldet habe und sie bei ihrer bisherigen Leitlinie bleibe: maßvolle Expansion. Während die CDU diese Linie unterstützte, hielten die Grünen einen Beitritt zum „Aktionsbündnis Niederrheinappell“ für „absolut zwingend“.

Damit aber auch die zahlreichen Bürger zu Wort kamen, unterbrach Ausschussvorsitzender Kurt van de Flierdt die Sitzung. Wobine Crisp von „Schwalmtal for Future“ warb dafür, den Kiesabbau vor der Haustüre in Lüttelforst zu stoppen und stattdessen Recyclingabfälle für den Bau von Straßen und Häusern einzusetzen: „Sonst erreichen wir die Klimaziele nicht.“ Ralf Mocken, Geschäftsführer der Sanders Tiefbau GmbH, plädierte dagegen für Abbaustätten ohne lange Wege. Seine Feststellung, rekultivierte Sandgrubenflächen seien ökologisch wertvoller als jede landwirtschaftliche Fläche, stieß allerdings auf Widerspruch der Interessengemeinschaft.

Mit 14 Stimmen aus CDU, SPD und FDP wurde der Beitritt zum Niederrheinappell abgelehnt, nur sechs Ratsmitglieder von Bündnisgrünen und SPD stimmten dafür.

Die IG um Wobine Crisp hat sich zwischenzeitlich auch an den Kreis Viersen gewandt. Nach einem Gespräch mit Dezernent Andreas Budde gab es ein weiteres mit ihm und Landrat Andreas Coenen (CDU). Nach Crisps Einschätzung sei der Landrat ihrem Anliegen gegenüber „sehr aufgeschlossen“ gewesen. Der Kreis gab auf Anfrage zum Gesprächsverlauf keine Stellungnahme ab. Die Initiative will sich nun an die Obere Landschaftsschutzbehörde wenden. Denn zwischen ihr und der Unteren Landschaftsschutzbehörde ist strittig, ob Lüttelforst als Denkmal anzusehen ist.

Die IG überlegt nun, die in Schwalmtal abgelehnte Resolution auch in die Gremien des Kreistages zu bringen.

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