Agentur für Arbeit legt neue Zahlen vor

Neue Zahlen vom Arbeitsmarkt im Kreis Viersen : Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Viersen ist zurückgegangen. Dringend benötigt werden weiterhin Fachkräfte. Die Zahlen des Ausbildungsmarkts werden Anfang November bekannt gegeben.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Viersen im September um 342 auf 9347 gesunken. Die entsprechende Quote liegt bei 5,7 Prozent (minus 0,3). Für Bettina Rademacher-Bensing, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld-Kreis, ist das ein typisches Anzeichen dafür, dass der Markt aufnahmefähig ist für Fachkräfte: „Steigt nach den Ausbildungsabschlüssen  im Sommer die Zahl der arbeitslosen jüngeren Menschen typischerweise zunächst an, so unterstreicht der aktuelle Rückgang die vergleichsweise gute Situation  auf dem Arbeitsmarkt.“

Allein bei den unter 25-Jährigen sank die Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist um gut 100 auf aktuell 707.  „Mit dem Ende der Sommerferien haben die gut ausgebildeten jungen Fachkräfte schnell einen neuen Arbeitsplatz gefunden“, sagt Rademacher-Bensing.

Im Geschäftsstellenbezirk Kempen (mit Grefrath und Tönisvorst) beträgt die Arbeitslosenquote 4,7 Prozent, im Bezirk Nettetal (mit Brüggen) sechs Prozent und im Bezirk Viersen (mit Willich, Niederkrüchten und Schwalmtal) 6,2 Prozent. Die Kräftenachfrage bewegt sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Anzahl der für den Kreis gemeldeten freien Stellen liegt zurzeit bei 2979, das sind etwa so viele wie im Vorjahr. Vor allem in den Wirtschaftsbereichen Handel, Gesundheit und Gastgewerbe  haben Bewerber momentan beste Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden.  „Qualifizierte Kräfte werden weiterhin gesucht“, betont Rademacher-Bensing.

Die aktuelle Monatsstatistik präsentierte die Agentur für Arbeit  im Krefelder Autohaus Borgmann. Und das nicht ohne Grund, sagte Rademacher-Bensing: „Das ist ein Betrieb, der im Bereich der Ausbildung  schon lange sehr engagiert ist. Ich bin froh, dass wir in der Region auf einen solchen Arbeitgeber setzen können, der im Lauf der Jahre zahlreichen jungen Menschen eine Zukunftsperspektive eröffnet hat.“ Da die Betriebe überwiegend junge Fachkräfte suchten, die aber häufig  nicht kurzfristig zur Verfügung stünden, werde deutlich, wie wichtig das Thema Ausbildung sei. „Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen, und die besten Fachkräfte sind die, die ein Betrieb selber ausbildet“, sagt die Agenturleiterin.

Auch Marco Nießing, Serviceleiter bei Borgmann, hat bereits festgestellt, dass es alles andere als leicht ist, Fachkräfte zu finden. „Beste Qualität  und hohe Kundenzufriedenheit sind unsere Trümpfe auf dem Markt“, sagt er. Wer selber ausbilde, wisse genau, was der Berufsnachwuchs gelernt hat. Man könne in der Ausbildung präzise darauf eingehen, was schon gut klappt und wo vielleicht noch etwas Unterstützung notwendig ist: „Und unsere Azubis wissen, worauf es bei uns im Betrieb ankommt.“  Mit einer fundierten Ausbildung sichere man den Fachkräften die Zukunft: „Nach erfolgreichem Abschluss stehen den Nachwuchskräften verschiedenste Karrieremöglichkeiten offen“, betont Nießing.

Der Arbeitgeberservice und die Berufsberatung stehen Betrieben zur Seite, wenn es um Fragen rund um Ausbildung  und Nachwuchsgewinnung geht. Auch denjenigen, die eine Ausbildung suchen, bietet die Agentur viele Hilfen an. Neben der individuellen Beratung und der Vermittlung von Stellen können auch Kosten übernommen werden, die bei Vorstellungsgesprächen  oder Aufnahme eines weit entfernten  Ausbildungsplatzes anfallen – sofern der Jugendliche die Kosten  nicht selber bewältigen kann. Auch während der Ausbildung kann die Agentur mit ausbildungsbegleitenden Hilfen oder der assistierten Ausbildung die Azubis und die Arbeitgeber unterstützen, wenn die Leistungen in der Berufsschule nicht ausreichen  und Nachhilfe benötigt wird, um einen Abbruch der Ausbildung zu verhindern.

Aktuelle Zahlen vom Ausbildungsmarkt werden die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer sowie die Kreishandwerkerschaft Anfang November gemeinsam vorstellen.

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