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AfD-Kreisverband Viersen verzichtet auf eigenen Landratskandidaten

Kommunalwahl im Kreis Viersen : AfD verzichtet auf Landratskandidat

Bei der Kommunalwahl am 13. September will die Partei nicht nur in den Kreistag, sondern auch in die Räte von Viersen, Nettetal, Kempen und Grefrath. Ob die AfD auch in Willich und Tönisvorst antritt, steht derzeit noch nicht fest.

Die AfD im Kreis Viersen stellt sich personell auf für die Kommunalwahl am 13. September. Kay Gottschalk, bis Dezember 2019 Mitglied des AfD-Bundesvorstands, wurde als Spitzenkandidat sowohl für den Kreistag als auch für Nettetal auf den Schild gehoben. Bereits Ende Februar hatte der Wahl-Breyeller mit Hamburger Wurzeln erklärt, in der Seenstadt Bürgermeister werden zu wollen.

Im Kaldenkirchener ASV-Heim war die eurokritische Partei, die im Kreis Viersen 110 Mitglieder hat, in Zeiten der bundespolitischen Zerreißprobe sichtlich um einen geschlossenen und verfassungskonformen Eindruck bemüht. 33 Mitglieder aus allen Teilen des Kreises Viersen waren nach Nettetal gekommen. Die Sitzung dauerte fast sechs Stunden. Die Wahlgänge leitete der Landtagsabgeordnete Martin Vincentz aus Tönisvorst. Bislang ist die AfD in den neun Stadt- und Gemeinderäten nur in Nettetal mit einem Mandatsträger vertreten.

Kreissprecher Kay Gottschalk, der seit drei Jahren in Breyell wohnt, umriss seine politischen Absichten an Niers und Nette. Der Kreis Viersen sei in der Region „Schlusslicht“, obwohl er touristisch das meiste Potenzial habe, so der 54-Jährige.

Hinter dem als gemäßigt geltenden Bundestagsabgeordneten – Gottschalk war bei der Wahl zum Bundesvorstand im Dezember 2019 dem jetzt aus der Partei geworfenen Andreas Kalbitz unterlegen – wurden auf den Plätzen 2 bis 8 der Reserveliste für den Kreistag nominiert: Georg Reulen (Nettetal), Lothar Kronauer (Nettetal), Herbert Meiers-Fischer (Grefrath), Hans-Joachim Schlesinger (Viersen), Harry van Kempen (Nettetal), Peter Müller (Kempen), Vadim Schulz (Nettetal).

Die Direktkandidaten für die 27 Wahlbezirke im Kreis Viersen konnten problemlos besetzt werden. Diese Liste bildet die Voraussetzung, dass AfD-Vertreter über die Reserveliste am 13. September in den Kreistag einziehen können. Eine Bewerberliste für den Nettetaler Stadtrat wurde bereits Anfang des Jahres aufgestellt und jetzt lediglich um Platz 8 erweitert.

Die Sitzung am Sonntagabend in Kaldenkirchen wurde nach einem Abstimmungsmarathon kurz vor Mitternacht abgebrochen, so dass die Kandidaten für den Viersener Rat erst später nominiert werden können. Dies wird voraussichtlich in einem Zug am 13. Juni passieren, wenn die AfD auch für den fusionierten Stadtverband Kempen/Grefrath ihre Listen aufstellt. Ob die Partei auch für die Räte in Willich und Tönisvorst ins Rennen geht, steht noch nicht fest.