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AfD-Abgeordneter spricht sich für umstrittene Bahntrasse "Viersener Kurve" aus

Kreis Viersen : AfD spricht sich für „Viersener Kurve“ aus

Der Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk findet eine Bahntrasse mitten durchs Rahser aus ökologischen Gründen gut.

Der für den Kreis Viersen zuständige AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk hat sich für den Bau der „Viersener Kurve“ ausgesprochen. Dabei handelt es sich um eine geplante Verbindung zwischen der Bahnstrecke Viersen–Venlo mit der Bahnstrecke Duisburg-Ruhrort-Mönchengladbach, die mitten durchs Rahser führen würde. Stadt und Kreis Viersen lehnen diese Trassenführung ab. In einer Fußnote des Bundesverkehrswegeplans 2030 ist festgehalten, dass auch eine „stadtverträgliche umfahrende Alternative“ zur „Viersener Kurve“ geprüft werden muss. „Wir sind die einzige Partei, die ja sagt zur ,Viersener Kurve’“, sagte Gottschalk am Mittwoch bei einem Pressegespräch in seinem Abgeordnetenbüro in Krefeld.

Gottschalk sieht in der „Viersener Kurve“ eine große Chance für Viersen und die Region. „Viersen hätte die Chance, einen ICE-Anschluss zu bekommen“;  die Wirtschaft der Region würde gestärkt werden, weil Duisburg einen Direktanschluss an die Häfen von Rotterdam und Amsterdam bekommen könnte. „Hamburg ist zurückgefallen“, die Häfen in Rotterdam und Amsterdam würden also immer bedeutender werden, betonte der AfD-Mann.

Allerdings: Nach Aussage aus dem Bundesverkehrsministerium ist der Bau der „Viersener Kurve“ keine Voraussetzung mehr für den zweigleisigen Ausbau. Gottschalk glaubt das nicht. Der zweigleisige Ausbau habe für den Güterverkehr deutlich mehr Sinn, wenn es eine direkte Anbindung an den Duisburger Hafen gebe. Dass es eine stadtverträgliche alternative Trassenführung gebe, sei Augenwischerei. Er kritisierte insbesondere die Viersener Grünen, die den Bau der Kurve ablehnen und damit, so Gottschalk, ein klimafreundliches Verkehrsmittel blockierten.

Er wies auf die lange Planungsgeschichte hin: Die „Viersener Kurve“ sei bereits 1914 geplant worden;  nach dem Ersten Weltkrieg hätten die Siergermächte den Bau aus strategischen Gründen verhindert; unter den Nazis sollte sie Ende der 1930er-Jahre gebaut werden, doch der Ausbruch der Zweiten Weltkrieges habe die Ausführung wieder verhindert.