Ärztezentrum für Schwalmtal: Neue Frist gesetzt

Versorgung in Schwalmtal : Ärztezentrum: Neue Frist gesetzt

CDU, SPD und Bündnisgrünen haben sich auf einen Antrag zur hausärztlichen Versorgung geeinigt. Vor dem 30. April soll kein Auftrag an IWG vergeben werden.

Selten haben gleich drei Fraktionen Anträge zu einem Thema in den Fachausschüssen oder im Rat der Gemeinde Schwalmtal gestellt. Die hausärztliche Versorgung ist ein solches Thema, zu dem die Fraktionen von CDU, SPD und Bündnisgrünen eigene Anträge formuliert haben. Einstimmig fassten die Mitglieder dazu im Ausschuss für Demographie und Soziales den Beschluss, zunächst bis zum 30. April abzuwarten. Erst danach will die Gemeinde professionelle Hilfe von der Firma IWG Sales GmbH in Anspruch nehmen. IWG Sales nennt sich Spezialist für Immobilien und Consulting im Gesundheitsmarkt.

Sie soll dabei weniger eine Analyse der ärztlichen Versorgung erstellen, als vielmehr „Gespräche mit Medizinern auf Augenhöhe führen“, erläutert Thomas Paschmanns, Fraktionsvorsitzender der CDU: Er wies zudem auf die neue Situation hin, dass die Kassenärztliche Vereinigung 1,5 Sitze für die Region freigegeben hätte. Dafür müssten jetzt Mediziner gefunden werden.

Schon seit Jahren ist der Hausärztemangel in Schwalmtal, insbesondere im Ortsteil Waldniel, bekannt. Zwar gibt es einen Investor, der für eine medizinisches Versorgungszentrum eine Fläche zur Verfügung stellen könnte, und mit Johann Heinrich Arens auch einen interessierten Mediziner. Arens würde ein größeres Zentrum in Schwalmtal-Waldniel führen wollen; er leitet bereits ein Hausärztezentrum mit den beiden  Standorten Brüggen und Schwalmtal-Waldniel. Doch einen Vertragsabschluss zwischen Investor und Mediziner gibt es bisher nicht.

Die Sozialdemokraten um Marco Kuhn hatten in ihrem Antrag die Gemeinde stärker bei der Entwicklung eines künftigen Gesundheitszentrums in die Pflicht nehmen wollen. Kuhn ist jetzt aber zufrieden, dass der Auftrag zunächst nicht an die IWG Sales GmbH vergeben wird und dass noch eine Zehn-Wochen-Frist besteht, wie er nach der Sitzung erklärte.

Bürgermeister Michael Pesch (CDU) hat sich zu den Kosten eines Auftrags an die IWG bisher nicht öffentlich geäußert. Die Ausgaben  dafür sollen im mittleren fünfstelligen Bereich liegen.

Auch die Bündnisgrünen um Fraktionschef Jürgen Heinen sind mit dem gefundenen Kompromiss zufrieden.  Auch für Heinen sei bei einem Auftrag an die IWG weniger eine Analyse der Situation wichtig: „Dass ein Mangel besteht, ist ja allen bekannt.“ Wichtiger sei, dass die Firma bei einer Verbesserung der hausärztlichen Versorgung in Schwalmtal helfen könne.