Abwassergebühren in Niederkrüchten steigen bis 2025

Klamme Kassen : Abwassergebühren in Niederkrüchten steigen

Die Gemeinde Niederkrüchten gibt mehr aus, als sie einnimmt. Bei den Gebühren liegt der Mehrbedarf bei 650.000 Euro

Auf die Bürger der Gemeinde Niederkrüchten kommt eine deutliche Erhöhung der Abwassergebühren zu. So sollen die Gebühren für Schmutzwasser von aktuell 2,68 auf 3,38 Euro pro Kubikmeter steigen und für Niederschlagswasser von derzeit 86 Cent auf 1,11 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche. Um den drastischen Preissprung etwas abzumildern, sollen die Erhöhungen Jahr für Jahr in kleinen Schritten erfolgen, ehe im Jahr 2025 die erwähnten Gebührensätze von 3,38 beziehungsweise 1,11 Euro erreicht sind. Dies beschloss jetzt der Rat mit großer Mehrheit.

Hintergrund sind die Bemühungen der Gemeinde um die Sanierung des Haushalts. Die Gemeindeprüfungsanstalt Herne (gpa NRW) hat nämlich ein strukturelles Defizit im Niederkrüchtener Gemeindehaushalt ausgemacht, soll heißen: Die laufenden Aufwendungen sind höher als die laufenden Erträge. Langfristig würde das zum völligen Verzehr des Eigenkapitals und zur Überschuldung führen. Daher legt die gpa der Gemeinde als Konsolidierungsmöglichkeit ans Herz, künftig die Wiederbeschaffungszeitwerte als Abschreibungsbasis für die Kalkulation der Abwassergebühren heranzuziehen. So verfahren laut Verwaltung inzwischen 157 aller Kommunen in NRW (40 Prozent). Bisher wurde in Niederkrüchten der Anschaffungs- oder Herstellungswert als Ausgangswert für Abschreibungen zugrunde gelegt.

Durch die Umstellung auf Wiederbeschaffungszeitwerte entsteht ein enormer Gebühren-Mehrbedarf von 650.000 Euro, der nun auf die Bürger umgelegt wird. Das führt zu dem kräftigen Preissprung. Ein Niederkrüchtener Durchschnittshaushalt mit 130 Kubikmeter Frischwasserverbrauch und 175 Quadratmeter versiegelter Fläche zahlt mit den heutigen Gebührensätzen insgesamt knapp 500 Euro Abwassergebühr pro Jahr.

Mit den neuen Sätzen, die ab 2025 gelten sollen, wären es rund 630 Euro, also gut 130 Euro mehr. Bis dahin werden die Gebühren jährlich in kleinen Schritten erhöht.

(jos)
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