Abschlussveranstaltung des Jazzfestivals in Viersen: Matze mit der blauen Tatze

Jazzfestival Viersen : Vom Kater, der auszog, das Jazzen zu lernen

Das Jazzfestival ging mit einem lebhaften Konzert für Kinder zu Ende.

Viel Orange füllte den Saal der Festhalle am letzten Tag des 33. Internationalen Jazzfestivals. Dafür sorgten die orangefarbenen T-Shirts der vielen Viersener „Kulturstrolche“. Das sind Grundschulkinder, die unter Federführung der städtischen Kulturabteilung drei Jahre lang Museen, Theater oder Tanzschulen besuchen. Natürlich wurde „Matze mit der blauen Tatze“ nicht exklusiv für sie aufgeführt. Das Jazz-Kinderkonzert wandte sich „an alle ab fünf Jahren“. Da auch Eltern und Großeltern mit von der Partie waren, kam eine bunte Altersmischung zusammen.

Matze ist ein Kater, der sich durch eine blaue Tatze von seinen Artgenossen unterscheidet. Er begibt sich auf die Reise und findet Freunde, die mit ihm auf Schatzsuche gehen. Der Schatz – so wird sich am Ende herausstellen – besteht aus den neu gewonnenen Freundschaften. Damit ist ein Rahmen für eine Reise durch die bunte Welt des Jazz geschaffen.

Weil Mitmachen pädagogisch allemal sinnvoller ist als trockene Belehrung, werden die Kinder von Anfang an mit einbezogen. Sie beantworten Fragen und werden zum Singen und zu rhythmischer Bewegung animiert. Dafür sorgen die Sängerin Uta Sailer und der Gitarrist Alexander Naumann, die beide auch für die Konzeption verantwortlich zeichnen. Sechs weitere Musiker ergänzen die „Matze Band“: Nikolaus Reichel, Jan Eschke, Julia Weder, Stephan Staudtund Tom Reinbrecht, der sein Altsaxophon auch überzeugend als Schiffssirene einsetzt. Max Grosch erinnert mit seinem Geigenspiel an die unvergessene Art und Weise, mit der einst die „heißen“ Geiger vom Schlage eines Joe Venuti ihr Publikum begeisterten.

Beliebte Evergreens werden spielerisch mit den Kindern einstudiert. Texte, die auf Matzes Erkundungen passen, sind jetzt zu hören auf Bossa-Nova-Melodien wie „Desafinado“ und „The Girl from Ipanema“.

Juniors Jazz Festival Open "Matze mit der blauen Tatze". Foto: Knappe, Joerg (jkn)

Klar, „Old MacDonald had a farm“ ist kein Jazz-Titel. Aber man kann einen daraus machen und ihn mit dem Text „Matze ist nicht mehr allein“ kombinieren. Und nicht nur das. Sowie die Rahmenhandlung Matze und seine Freunde zu einer Schiffsparty führt, ergibt sich die Gelegenheit zur Anwendung des Gelernten. Das Festhallen-Publikum, führt zusammen mit der „Matze-Band“ das eingangs gelernte Lied „Matze hat ‚ne Tatze“ mit neuen, jazzigen Rhythmen auf. Ein lebendiger, munterer Abschluss des Festivals!

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