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Niederkrüchten: Abenteuer auf der Schwalm

Niederkrüchten : Abenteuer auf der Schwalm

Bei der Erlebnistrophy der katholischen Jugendeinrichtungen im Kreis Viersen konnten Jugendliche in Niederkrüchten ihre Grenzen austesten. Geschicklichkeit und Teamgeist waren bei den Spielen gefragt.

Sie sind die "Planlosen" oder die "Trüffelschweine". Die "Sportfreunde Chiller Punkt" bestehen auf dem ausgeschriebenen Punkt, die "West Coast Connection Gangsta Nation" freut sich, dass ihr Name der längste ist. Samstagmorgen, halb zehn in Niederkrüchten. Die ersten Gruppen sind gerade aufgebrochen, einige vertreiben sich die Wartezeit bei Wikingerschach oder Heusackwerfen.

Die "Planlosen" sitzen noch am Zeltlager, das hinter dem Jugendheim Doc Five aufgeschlagen ist. "Das Zelten ist voll geil", sagt Janis (14). "Etwas für die Gruppe zu tun, kommt wirklich gut", ergänzt Jamon (14). Gemeinsam mit Brandon (16), Domenic (15) und Miriam (15) treffen sich die beiden jeden Dienstag am "Big Bass" — immer wenn der Doppeldeckerbus an Haus Clee steht.

Der Freitagabend hat ihnen schon einen Einblick in das beschert, was sie bei der Erlebnistrophy der katholischen Jugendeinrichtungen im Kreis Viersen erwartet. Beim "Blinden Mathematiker" war Koordination, Führungsqualität und Vertrauen gefragt. Auch beim Pfahl-Laufen auf Baum-stümpfen ging es nicht darum, dass einer besonders gut ist, sondern, dass sich eine komplette Gruppe oben halten kann.

Entchen im "Säurebad"

Jede Gruppe hat einen "Schutzengel", einen älteren Jugendlichen, eine Honorarkraft — eben jemanden, der alles begleitet und vor allem nach jeder Station der Trophy mit den Jugendlichen überlegt, was gut gelaufen ist und was man dringend bei der nächsten verändern möchte.

Es geht über gespannte Drahtseile und in Bäume hinauf. Es gilt, ein Entchen aus dem "Säurebad" der Schwalm zu retten, eine Brücke und ein Floß gemeinsam zu bauen. Das gemeinsame Tun steht immer im Vordergrund. Von Station zu Station lernen die Jugendlichen unbewusst, wer dazu geeignet ist, eine Strategie zu entwickeln und wer besonders gut zupacken kann. Jeder muss den Teil der Aufgabe bewältigen, der ihm am meisten liegt, nur dann funktioniert es.

Dass es zur Erlebnistrophy gekommen ist, verdanken die Jugendlichen Willi Sauer vom "Komma" in Kempen. "Er war einmal mit einer Gruppe bei einer Trophy und hat so davon geschwärmt, dass wir gedacht haben, das müssen wir hier auch mal machen", erzählt Astrid Gröbel vom Juca in Amern. Sie ist es auch, die am späten Nachmittag erzählt, gerade beim Floßbau an der Brempter Mühle sei noch niemand im Wasser gelandet — als es hinter ihr "Platsch" macht.

Wayne, Django und Lappen — die "Gangsta" mit dem langen Gruppennamen — haben es geschafft: Ihre Floßkonstruktion war toll, aber Django musste unbedingt ausprobieren, wie weit man sich zurücklehnen kann. "Außerdem haben wir es an jeder Station, wo es Wasser gab, geschafft, nass zu werden", sagt Lappen. "Deshalb sind wir ja das tollste Team." Ein tollstes Team wird es am Ende nicht geben, denn der Gewinn ist der Teamgeist — und der Spaß, den alle dabei haben.

(RP)