Brüggen: 600 historische Bilder wecken gemeinsame Erinnerungen

Brüggen : 600 historische Bilder wecken gemeinsame Erinnerungen

Bürgermeister Frank Gellen meisterte den Fassanstich beim 30. Brachter Dohlenfest mit sicheren Schlägen.

Da wunderte sich der neue Bürgermeister Frank Gellen beim 30. Brachter Dohlenfest, dass beim Fassanstich die Leute um ihn herum einen großen Sicherheitsabstand hielten. Die Angst war unbegründet. Alles war gut vorbereitet. Mit wenigen festen und sicheren Schlägen schaffte er problemlos den Fassanstich. Es war angezapft und der Gerstensaft floss. Die vollen Gläser wurden herumgereicht.

Seit wenigen Wochen ist Gellen Bürgermeister der Burggemeinde. "Das allgemeine Leben hat sich bei mir verändert. Ich muss mich an den 38-Stunden-Tag gewöhnen", sagte er schmunzelnd. Das 30. Dohlenfest hatte zudem Symbolcharakter. Astrid Urgatz vom Planungsbüro für Stadt-, Dorf- und Regionalplanung übergab symbolisch einen großen Bartschlüssel an alle maßgeblich beteiligten Akteure, die den Dorfentwicklungsplan seit 2012 mit begleiten und umsetzen. Das umfangreiche Werk umfasst 180 Seiten. "Die ersten Schritte wurden bereits getan", sagte Dietmar Brockes, Vorsitzender des Trägervereins Brachter Dohlenfest. Er erinnerte an die Begrünungsaktion der Fußgängerzone und an "Bracht ganz kunst-voll", dass das Dohlendorf über die Grenzen hinaus bekannt machte. Eine von Hans-Peter Göppert entworfene Miniatur eines Vereinsbaumes wurde enthüllt und bestaunt. "Den haben wir bis heute noch nicht geschafft", meinte Brockes. Der soll seinen Platz auf dem Bischof-Dingelstad-Platz haben.

Den Bogen spannte zu 30 Jahre Dohlenfest der 84-jährige Walter Feyen mit seiner Bilderausstellung im Ev. Gemeindezentrum, als das erste Dohlenfest zur Einweihung der verkehrsberuhigten Zone in Bracht gemacht wurde. Die Ausstellung zeigte 600 Bilder aus den Straßen rund um den Kern des Dohlenfestes wie die Markt-, König-, Hell-, Altkevelaerer und Schulstraße. "Ich kann zu allen Bildern etwas erzählen. Die Ausstellung zeigt, wie vieles sich im Dohlendorf verändert hat", sagte Feyen. Friedhelm und Elisabeth Jöriskes standen vor einem Bild eines Geschäftshauses, das Kupfergeschäft gehörte damals Lackmanns Ferdinand und später Cürvers aus Kaldenkirchen: "Da haben wir 20 Jahre gewohnt. Wir konnten das damals für 70 000 Mark kaufen. Wir bereuen es, dass wir es nicht getan haben." Das Bild der alten Schule auf der Altkevelaerer Straße weckte ebenfalls Erinnerungen bei Ferdinand Jöriskes: "Ich war dort im ersten und zweiten Schuljahr. Wir waren mit den Evangelischen zusammen. Wir haben noch ein altes Video davon von 1957, das über die Schule gedreht wurde."

(off)
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