Kreis Viersen: 58 Millionen für bezahlbaren Wohnraum

Kreis Viersen: 58 Millionen für bezahlbaren Wohnraum

Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen reagiert auf den demografischen Wandel und baut mehr kleinere Wohnungen für jüngere Leute und Senioren

Drei- oder Vier-Personenhaushalte nehmen ab, dafür steigt die Zahl der Single-Haushalte. Auf diese Entwicklung reagiert die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) für den Kreis Viersen mit dem verstärkten Bau kleinerer Wohnungen. So wurde im vergangenen Jahr mit dem Bau von 232 Wohnungen begonnen, die teilweise schon fertig sind. Insgesamt bewältigt die Gesellschaft mit Sitz in Viersen im "Haus der Wirtschaft" derzeit ein Bauvolumen von 58 Millionen Euro. "Breite Schichten der Bevölkerung mit preisgünstigem Wohnraum zu versorgen", sei auch künftig Ziel der GWG, so Aufsichtsratsvorsitzender Günter Werner.

Schwerpunkte der Bautätigkeit liegen gegenwärtig in Meerbusch (105 Wohnungen), Kempen (29 Wohnungen am Heyerdrink), Willich-Schiefbahn (22 Wohnungen am Rubensweg) und Grefrath (18 Wohnungen an der Bahnstraße, neun Wohnungen über der Sparkasse Oedt; Letztere sind Ende Mai fertig). In Kempen bestehe Nachholbedarf, dort würde die GWG gerne weitere Objekte bauen, sagte Vorstand Michael Aach. Ob das Projekt in Vorst, gemeinsam mit der Kirchengemeinde, realisiert werden kann, hänge von der Entscheidung des Stadtrates ab; es geht um Stellplätze.

"Wir wollen weiterhin ein verlässlicher und glaubwürdiger Partner der Kommunen sein und überall bauen", sagte Aach, doch machte er auf ein Problem aufmerksam: "Wir müssen auch Grundstücke haben." Deshalb sollten die Kommunen bei neuen Wohngebieten nicht nur Ein- oder Zweifamilienhäuser ausweisen, sondern auch den Geschosswohnungsbau zulassen, über den die überall verlangten preisgünstigen Wohnungen erstellt werden könnten. Darauf sei in der Vergangenheit zu wenig geachtet worden.

Die Wohnungsgesellschaft verwaltet Ende des vergangenen Jahres 4.562 eigene Wohnungen (plus 38). Das Unternehmen besitzt weiter 26 Gewerbeeinheiten und 1.836 Garagen und Stellplätze. Für Dritte werden 170 Wohnungen, 112 Gewerbeeinheiten, 688 Garagen und 15 Wohnungseigentümer-Gemeinschaften betreut. Die durchschnittliche Nettokaltmiete der GWG-Wohnungen erhöhte sich um sechs Cent auf 5,17 Euro pro Quadratmeter. Die Leerstandsquote stieg leicht auf 2,9 Prozent, zurückgegangen ist die Fluktuationsrate um einen Punkt auf 8,4 Prozent.

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Vor allem in der Wohnanlage "Höhenblick" am Höhenweg in Süchteln hat sich die Lage wieder stabilisiert, nachdem dort 104 Wohnungen energetisch saniert wurden und die Heizkosten wieder bezahlbar sind. Die alte Elektro-Fußbodenheizung wurde durch eine Gaszentralheizung ersetzt. "Die ungewöhnlich hohe Leerstandquote von zehn Prozent hat sich wieder auf Normalhöhe eingependelt", freute sich Vorstand Diether Thelen. Zwei Millionen Euro hat die GWG 2017 in die Modernisierung von Wohnungen gesteckt, hauptsächlich Heizungen, Dächer und Balkone erneuert. Der Kurs der Modernisierung werde auch "weiterhin konsequent fortgesetzt", weil nur so die Substanz der Häuser erhalten werden könne.

Eine Erfolgsgeschichte in diesem Sinne ist auch das Speckerfeld in Nettetal-Breyell. Hier hat die GWG in den vergangenen zehn Jahren nicht nur "sehr viel investiert", sondern in einem Haus auch einen Kindergarten eingerichtet. Der auf einen "sozialen Brennpunkt" zusteuernde Bereich "ist auch für junge Familien wieder attraktiv und Gott sei Dank eine fürchterlich normale Wohnanlage", berichtete Thelen.

Die Bilanzsumme hat sich 2017 um rund zehn Millionen auf knapp 180 Millionen Euro erhöht, weil durch fertiggestellte Bauten das Anlagevermögen wuchs, aus dem nur 15 Altobjekte ausschieden (Verkauf oder Abriss). Es wurde ein Jahresüberschuss von knapp 400.000 Euro (Vorjahr 2,1 Millionen Euro), der durch einen Gewinnvortrag aus 2017 auf den Bilanzgewinn von knapp eine Million Euro stieg. Daraus werden 400.000 Euro an die Aktionäre (Kreis Viersen, Sparkasse Krefeld und die neun Kommunen) ausgeschüttet. 500.000 Euro gehen in die Rücklagen. Die Eigenkapitalquote beträgt nun 23,4 Prozent.

(mme)