Viersen: 210 Schüler spielen Rundlauf in Süchteln

Viersen : 210 Schüler spielen Rundlauf in Süchteln

Beim Tischtennisturnier in der Sporthalle der Johannes-Kepler-Realschule wurden die besten Spieler der dritten bis sechsten Klassen gesucht. Bei der Bezirksmeisterschaft traten auch Schulen aus Viersen und Nettetal an.

Mehr als zweihundert Schüler sind gekommen und man hört jeden einzelnen. Sie jubeln, wenn sie einen Punkt erzielen, sie schreien, wenn der Ball daneben ging. Ein paar Dutzend Eltern und Lehrer stehen am Rand, sie rufen "Ja!" und "Weiter so" oder "Egal!" und "Weiter machen". Es ist so irre laut in der Sporthalle an der Friedensstraße, dass man kaum noch sein eigenes Wort versteht. Aus den Boxen dröhnt Disco-Musik aus den 2000er-Jahren, ein Junge knallt den Schmetterball ins Netz. Er rauft sich die Haare. Aber das hört man nicht.

Aus Grevenbroich, Mönchengladbach, Straelen, Wegberg, Nettetal und Viersen sind die Schüler der dritten bis sechsten Klassen gekommen, um sich an der Süchtelner Johannes-Kepler-Realschule zu messen. "Milchcup" heißt das Turnier, das, veranstaltet von der NRW-Landesvereinigung der Milchwirtschaft, bereits im 15. Jahr durch die Sporthallen zieht und nun in Viersen halt machte. Gespielt wird Tischtennis-Rundlauf wie auf dem Schulhof. Nur dass die Jungen und Mädchen in Vierer-Teams antreten und nicht jeder für sich. Und keiner seinen Schläger vergessen hat. Niemand hier spielt mit dem Mathebuch.

Es gibt Schiedsrichter, die die Spielstände im Blick behalten. Sie tragen rote T-Shirts, auf denen "Milchbubi" oder "Milchmädchen" steht, dem Sponsor zuliebe. Nach den Spielen erinnern sie die Mannschaften: "Gebt euch die Hand." "Die meisten Schiedsrichter sind Sportstundenten", sagt Turnierleiter Malte Rachow, der einen roten Filzstift in der Hand hält, mit dem er die Ergebnisse einträgt, und ein Mikrofon, mit dem er die nächsten Spiele durchsagt. "Käthe-Kollwitz-Gesamtschule gegen Werner-Jaeger-Gymnasium, Tisch vier", ruft er aus und sogleich setzen sich die Trosse aus Grevenbroich und Nettetal in Bewegung. Der Lärm mache ihm nichts aus, sagt er. "Gewohnheit." Rachow begleitet das Turnier seit der ersten Auflage.

Die Nettetaler an Tischtennisplatte vier tragen grüne T-Shirts, die Grevenbroicher dunkelblaue Polo-Shirts. "Ich schaffe das", sagt ein Junge aus Grevenbroich, der nach sechs Rundläufen zum Eins gegen eins antritt. "Für die Kinder ist das ein großes Ereignis", sagt seine Lehrerin, Griet Edelhoff. Ohnehin sei Tischtennis sehr populär. "Wir haben vier Platten in der Pausenhalle. Die sind immer besetzt."

Die Schüler der "5c" aus Wegberg haben in der Tischtennis-AG trainiert und an ihrem Maximilian-Kolbe-Gymnasium schon ein Ausscheidungsspiel gegen die Parallelklasse gewonnen, erzählen sie. Darum sind sie nun in Viersen mit dabei. Zum ersten Mal und "nur zum Spaß", sag Kilian. Aber gewinnen würden sie schon gerne. "Wir spielen jeden Tag auf dem Schulhof", erzählt Klassenkamerad Anton. Die 11-Jährigen haben gerade mit ihrem Team das Viertelfinale erreicht. Sie müssten gleich mal sehen, gegen wen es geht, sagen sie. Doch Malte Rachow kommt ihnen zuvor. "Maximilian-Kolbe-Gymnasium gegen Sekundarschule Straelen", dröhnt es aus den Boxen. Tisch neun.

(RP)