19 Gewerbeparks sind Wirtschaftsmotoren in Viersen

Viersen: Warum Gewerbeparks so wichtig sind

Jeder zehnte Arbeitsplatz in Viersen liegt in einem Gewerbepark. Die Wirtschaftsförderung sieht noch Potenzial

19 Gewerbeparks hat die Stadt Viersen. Die können durchaus kleine Jobwunder sein. Das zeigt ein Blick auf zwei Zahlen: Während etwa jeder zehnte Beschäftigte in Viersen in einem Gewerbepark arbeitet, hat dort nur jedes 13. Unternehmen seinen Sitz. Heißt im Umkehrschluss: Die Firmen in Gewerbeparks beschäftigen überdurchschnittlich viele Mitarbeiter auf relativ wenig Fläche. Was eine Kommune immer freut. „Aus Sicht der Kommune ist eine hohe Anzahl an Beschäftigten pro Quadratmeter ein Erfolg“, erklärt Stefan von Laguna von der Wirtschaftsförderung. „Angesichts des sinkenden Angebots an Gewerbeflächen ist ein schonender Umgang mit dieser knappen Ressource angeraten. Die Steigerung der Arbeitsplatz-Intensität ist deshalb sehr wichtig.“

Genau deshalb hat die Wirtschaftsförderung die 19 Gewerbeparks einer Analyse unterzogen. Sie sieht durchaus Potenziale in den Parks. Stefan von Laguna erklärt: „Wir unterscheiden drei verschiedene Typen von Gewerbeparks.“ Zu Typ 1 zählen alle Parks, deren Fläche bereits vor dem Jahr 1910 als Industriestandort genutzt wurde und deren ursprüngliche Bausubstanz weiter genutzt wird – mit wenigen baulichen Veränderungen und einem geringen Grad an Modernisierung. Bestes Beispiel: der heutige Firmensitz von Schwarzkopf & Henkel am Amerner Weg. Von diesen Parks gibt’s in Viersen ein halbes Dutzend. Typ 2 sind Gewerbeparks, die bereits vor 1910 als Industriestandort genutzt wurden, die aber durch signifikanten Umbau oder Neubau modernisiert wurden. Dazu zählt beispielsweise der Gierlingspark oder – ganz aktuell – die alte Papierfabrik an der Krefelder Straße. In den modernisierten Gewerbepark zog jetzt der erste Mieter ein.

Zu Typ 3 zählt die Wirtschaftsförderung Gewerbeparks, deren Fläche kein historischer Industriestandort ist und deren Bausubstanz nicht älter als 1980 ist. Zum Beispiel T2. Diese Parks machen mit insgesamt drei Stück den geringsten Anteil aus.

„Bei der Gewerbeflächenentwicklung geht man heute von etwa fünf Mitarbeitern pro 1000 Quadratmeter aus“, berichtet von Laguna. „Zum Vergleich: Bei Pongs & Zahn lag der Quotient im Jahr 1952 bei rund 18 Mitarbeitern.“ Einzelne Gewerbeparks in Viersen erreichen diesen Wert spielend, einer kommt gar auf 22 Beschäftigte je 1000 Quadratmeter.

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„Im Schnitt liegt die Arbeitsplatzintensität in den Viersener Gewerbeparks des Typs 3 bei 14,6 Mitarbeiter pro 1000 Quadratmeter“, berichtet von Laguna. „In den Gewerbeparks des Typs zwei sind es immer noch 8,6.“ Typ eins hingegen sei deutlich unterlegen. „Dort liegt die Arbeitsplatzintensität gerade mal bei 2,1. Auch die Vermietungsquote liegt mit durchschnittlich 69 Prozent unter denen von Typ 2 und Typ 3.

Von Laguna sieht es positiv: „Typ 1 bietet Entwicklungspotenzial. Und Aufgabe der Wirtschaftsförderung ist es, die Eigentümer der älteren Gewerbeparks bei der Entwicklung hin zu einem Typ 2 zu unterstützen.“ Dazu gehöre eine zeitgemäße Infrastruktur.

Manchmal scheitert es an Details wie Hallenböden, die nicht fugenfrei sind. Illumination, Grünanlagen, ansprechende Architektur helfen bei der Vermarktung. Von Laguna: „Ohne Investitionsbereitschaft geht es freilich nicht.“ Die Wirtschaftsförderung könne unterstützen, Denkmal- und Brandschutz koordinieren, Fragen mit Bauaufsicht, Stadtentwicklung und der stadteigenen Grundstücks-Marketing-Gesellschaft klären.

Einen möglichen Ansatz sieht von Laguna auch in der Spezialisierung. „Derzeit üben die Gewerbeparks keine besondere Anziehungskraft auf spezielle Branchen aus“, sagt er. Der Mix entspreche grob dem in ganz Viersen. „Mit einer stärkeren Fokussierung auf klar definierte Konzepte kann sich dies mittel- und langfristig ändern.“