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Zwei Auszubildende im Medizinischen Versorgungszentrum Tönisvorst

Medizinisches Versorgungszentrum in St. Tönis : Erstmals Auszubildende am MVZ

Das Medizinische Versorgungszentrum Tönisvorst ist vor zwei Jahren gegründet worden. Zwölf Ärztinnen und Ärzte gehören dem MVZ mittlerweile an. Seit August gibt es erstmals auch zwei Auszubildende.

Erika Karpec und Franziska Schneider sind begeistert. Die beiden jungen Frauen aus Süchteln und Willich haben im August eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Tönisvorst begonnen. „Das ist toll, weil es sehr abwechslungsreich ist und wir viele verschiedene Fachgebiete kennenlernen“, sagt Franziska Schneider.

Die ersten Monate der Ausbildung hat die 19-Jährige bei den Chirurgen verbracht, die an der Hospitalstraße in St. Tönis, dem Hauptsitz des MVZ, ihre Praxis haben. „Ich war auch bei einer ambulanten Operation dabei, das war sehr beeindruckend“, erzählt die Willicherin. Die nächste Station führt die junge Frau in eine Hausarztpraxis. Dort hat Erika Karpec die ersten Monate der Ausbildung absolviert. „Das ist wesentlich vielfältiger, als ich dachte“, sagt die 18-Jährige. „Die Diagnosen sind verschieden, und die Herangehensweise ist es ebenso.“

Die beiden Auszubildenden wollen auch noch in der Urologie und der Psychiatrie Erfahrungen sammeln, bevor sie sich als Arzthelferinnen auf eine Fachrichtung festlegen. Dabei haben Erika Karpec und Franziska Schneider eine Vorreiterrolle. „Sie sind unsere Pionierinnen, denn sie sind die ersten Azubis am MVZ“, sagt Geschäftsführerin Franziska Seefeld.

Im April 2018 wurde das Versorgungszentrum von den Alexianern gegründet. Die Gesellschaft, die ihren Hauptsitz in Krefeld hat, leitet seit 2014 auch das Tönisvorster Krankenhaus, in dessen Räumen an der Hospitalstraße das MVZ untergebracht ist. Schnittstellen zwischen dem Krankenhaus und dem MVZ gibt es aber nicht.

Dr. Maximilian Pelzer, seit Februar ärztlicher Leiter des MVZ, erklärt: „Das MVZ ist ein Zusammenschluss von Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen. Einige haben ihre Praxis an der Hospitalstraße, andere haben ihre Praxisräume im Ort behalten, das MVZ übernimmt aber die Bürokratie, so dass die Ärzte sich mehr auf ihre Patienten konzentrieren können.“

Für den Patienten ändere sich nichts. „Der Patient hat weiterhin freie Arztwahl“, betont der 38-Jährige. Auch stelle der Zusammenschluss keine Konkurrenz für die etablierte Ärzteschaft im Ort dar. Tatsächlich scheint es sogar so zu sein, als gewinne St. Tönis durch das MVZ neue Ärzte und Ärztinnen hinzu. So arbeiten in den Räumen an der Hospitalstraße mittlerweile vier Allgemeinmediziner, zwei Chirurgen und mit Maximilian Pelzer ein Urologe.

Im Januar wolle sich an der Ringstraße mit Björn-Pascal Bühn ein Neurologe ansiedeln, eine Fachrichtung, die bisher im Ort noch nicht vertreten war, wie Franziska Seefeld berichtet. „Wir möchten gerne noch mehr Fachrichtungen gewinnen, um die medizinische Versorgung zu sichern“, sagt die Geschäftsführerin. Das sei auch für die zukünftigen Auszubildenden am MVZ eine Bereicherung, ist die Gesundheitsökonomin sicher.

Denn bei den beiden Pionierinnen soll es nicht bleiben: „Mit der Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen wollen wir in die Zukunft investieren“, sagt Franziska Seefeld.