Zu ökumenischen Pfingstgottesdiensten laden die katholischen und die evangelischen Gemeinden in Vorst und St. Tönis am 10. Juni ein.

Ökumenische Pfingstgottesdienste : Christen feiern gemeinsam die Geburt der Kirche

Zu ökumenischen Pfingstgottesdiensten laden die katholischen und die evangelischen Gemeinden in Vorst und St. Tönis am 10. Juni ein.

„Wann sollen wir ökumenisch feiern, wenn nicht an Pfingsten?“, fragt Bernd Pätzold, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Anrath-Vorst. Schließlich sei Pfingsten die Geburtsstunde der christlichen Kirche und erinnere an die gemeinsamen Wurzeln. Das sehen auch die katholischen Gemeindereferentinnen Regina Gorgs (St. Godehard Vorst) und Stefanie Müller (St. Cornelius St. Tönis) sowie die evangelische Pfarrerin von St. Tönis, Daniela Büscher-Bruch, so.

Seit zwei Jahren treffen sich die Vertreter der beiden christlichen Konfessionen regelmäßig zum Dienstgespräch. Diesmal geht es um die Pfingstfeierlichkeiten. Schließlich einigt man sich darauf, dass es am 10. Juni, dem Pfingstmontag, um 9.30 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche Vorst und um 11.30 Uhr einen in der katholischen Kirche St. Tönis geben wird. Außerdem soll es in der Woche vor Pfingsten an vier Abenden jeweils um 19.30 Uhr ökumenische Pfingstandachten in der evangelischen Kirche Vorst geben.

Aber das Pfingstfest ist nicht der einzige Anlass für die Zusammenarbeit der Pfarren. Immer wieder suchen und finden die Kirchenvertreter Gelegenheiten, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. So werden die Gottesdienste in den Grund- und weiterführenden Schulen der Stadt oft ökumenisch gefeiert und von evangelischen und katholischen Kirchenvertretern gemeinsam vorbereitet.

„In Vorst gibt es außerdem jedes Jahr in der ersten Woche der Herbstferien eine ökumenische Bibelwoche für Kinder“, erzählen Regina Gorgs und Bernd Pätzold. 60 bis 70 Kinder nehmen daran teil. Und in St. Tönis bieten Stefanie Müller und Daniela Büscher-Bruch viermal im Jahr ein ökumenisches Frauenfrühstück mit aktuellen Schwerpunktthemen an. „Das sind immer sehr nette Vormittage, zu denen 30 bis 40 Frauen kommen“, erzählt die evangelische Pfarrerin.

Allen an der Tönisvorster Ökumene Beteiligten ist es wichtig, „das Gemeinsame leuchten zu lassen“, wie es Daniela Büscher-Bruch formuliert. Die katholische Gemeindereferentin Regina Gorgs fügt hinzu: „Die Zusammenarbeit der beiden christlichen Kirchen ist eine Bereicherung, denn jede Kirche hat etwas anderes über die Zeit gerettet. Jetzt tauschen wir uns aus und verknüpfen die Traditionen miteinander.“ Und für Pfarrer Pätzold steht sowieso fest: „Gott ist weder evangelisch noch katholisch.“

Tatsächlich stellte sich diese Frage bei der Gründung der christlichen Kirche vor knapp 2000 Jahren nicht. Damals, so haben es die Apostel festgehalten, erschien den Jüngern am 50. Tag nach Ostersonntag mit einem lauten Brausen der Heilige Geist als Flammen aus Feuer. Er befahl den Jüngern, den Menschen in aller Welt von Jesus und Gott zu erzählen und ihnen zu sagen, sie sollten sich taufen lassen, um zu Gott zu gehören. So entstand eine Gemeinschaft von Menschen, die an Gott glauben, die Gemeinschaft der Christen.

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