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Windradbau in Vorst: Das beschädigte Rotorblatt ist in Ordnung

Windradbau in Vorst : Hersteller: Der Flügel ist in Ordnung

Ein Anrather Ingenieur hatte zufällig beobachtet, wie beim Windradbau in Vorst ein Flügel verrutschte und beschädigt wurde. Er war in Sorge vor Folgeschäden. Die seien nun ausgeräumt, berichtet er.

Seine Bedenken sind ausgeräumt: Nachdem der Anrather Ingenieur Stephan Rieger aus Interesse die Montage eines der Flügel der neuen Windkraftanlage in Vorst verfolgt und dabei Komplikationen beobachtet hatte, konnte er sich nun persönlich davon überzeugen, dass alles in Ordnung ist.

Rieger hatte moniert, dass ein Flügel bei der Montage beschädigt und aus seiner Sicht ohne größere Überprüfung montiert worden sei. Bei einem Termin auf der Baustelle wurde Rieger jetzt das Vorgehen über eine Videokonferenzschaltung zum Flügelhersteller bei Bremen genau erklärt. Im Beisein des Bauleiters von Enercon, dem Bauamt des Kreises Viersen, dem technischen Betriebsführer und der Unternehmenskommunikation des Betreibers SL Naturenergie erfuhr Rieger, dass der betroffene Flügel mittels einer Kamera von innen untersucht worden war.

Dafür wurde der Flügel senkrecht nach unten gestellt und von oben eine Kamera eingelassen. Diese fuhr das gesamte Flügelinnere ab, insbesondere die geschädigte Stelle. Des Weiteren kam es zu einer Untersuchung von außen. Das Ganze erfolgte mit Hilfe eines speziellen Fernglases, das auf einem entsprechenden Fahrzeug montiert ist. Zentimeter für Zentimeter untersuchten Experten damit die Außenhülle.

Dabei gab es weder von innen noch von außen Anzeichen einer eventuell bestehenden Beschädigung, lautete das Fazit. In der äußeren Hülle, wo es aufgrund des Abrutschens des Flügels seinerzeit eine Verletzung gegeben hatte, waren Ausbesserungen erfolgt. Hier war das äußere Kunstharz in Mitleidenschaft gezogen und fachgerecht repariert worden.

Rieger hatte zuvor zwei Vorfälle registriert, bei denen es zu Komplikationen mit einem der Flügel gekommen war. Dieser rutschte zweimal ab, was offensichtlich zu Schäden führte, wie Rieger anhand eines Videos dokumentierte (die RP berichtete). Er meldete die Vorfälle bei der zuständigen Bauaufsicht beim Kreis Viersen. Dort habe Rieger aber feststellen müssen, dass sich niemand für die Vorfälle interessierte, berichtete er. Der Anrather hatte Sorge, dass Folgeschäden auftreten könnten und es eventuell zu einem Absturz eines Flügel kommen könnte.

Rieger wandte sich an den Betreiber, die SL Naturenergie, und die Firma Enercon als Errichter der Windräder. Dort nahm man den besorgten Bürger, insbesondere nach der Berichterstattung durch die Medien, letztlich ernst. Es kam zu Überprüfungen des Flügels. Die SL Natur­energie betont, dass ihr ein transparentes Arbeiten, bei dem die Bürger mitgenommen würden, wichtig sei.

Rieger zeigte sich nun erfreut, dass die SL Naturenergie seine Bedenken ernst genommen hatte und dem mit einer zusätzlichen Überprüfung nachgegangen war. Er ist sehr gespannt: Noch in dieser Woche erfolgt die Montage der Flügel am zweiten Windrad. Ein Ereignis, das sich der Ingenieur nicht entgehen lassen möchte.