Warnwesten für Kinder in Tönisvorst: „HiT“ und Round Table sind wütend auf die CDU und den Bürgermeister

Offener Brief : „HiT“ und Round Table sind wütend auf die CDU und den Bürgermeister

Die Vereine „Handwerker in Tönisvorst“ (HiT) und „Round Table“ sind enttäuscht – und machen ihrem Ärger in einem Offenen Brief Luft. Den haben sie dem CDU-Stadtverband und der CDU-Fraktion in Tönisvorst sowie Bürgermeister Thomas Goßen geschrieben.

Anlass ist ein CDU-Antrag zum Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschuss, die Stadtverwaltung möge Warnwesten aus Landesmitteln für Kindergartenkinder anschaffen. Dabei gibt es das doch schon. „Mangelndes Interesse, schlechte Recherche und schlichtweg nicht erledigte Aufgaben der hier handelnden Personen bei der CDU und der Stadtverwaltung haben hier einen Schildbürgerstreich erster Güte mit einem finanziellen Schaden für Stadt und Land und einer Beschädigung des Ehrenamtes produziert“, heißt es in dem Brief.

Die beiden Vereine sind nicht dagegen, Kinder mit Warnwesten auszustatten – im Gegenteil: Seit 2006 werden in Tönisvorst alle Grundschulkinder der dritten und vierten Klassen von „Round Table“ auf die Gefahren des toten Winkels eines Lkw aufmerksam gemacht. In die Aktion habe der Verein in den vergangenen 14 Jahren über 1100 Stunden Arbeit und mehrere Tausend Euro und viel Unterstützung von Dritten erhalten. „Das Engagement von ,Round Table’ für Kinder-Verkehrssicherheit hat in Tönisvorst also schon eine vergleichsweise lange und bekannte Geschichte, die auch der CDU-Fraktion nicht entgangen sein kann“, steht weiter im Offenen Brief.

2017 wurde das Warnwesten-Projekt „KiTa-Pate“ von Round Table Deutschland als „Nationales Service Projekt“ ins Leben gerufen. Seinerzeit habe es jedoch insbesondere bei den städtischen Kindertagesstätten keinen Bedarf gegeben, „da dieser – nach Angaben des Bürgermeisters – durch einen großen, deutschlandweit aktiven Sponsor gedeckt wurde, so dass zunächst nur die Tönisvorster Kindertagesstätten ausgestattet worden sind, die auch Warnwesten benötigten“, schreiben die Vereine weiter.

Die „Handwerker in Tönisvorst“ fanden die Aktion so gut, dass sie sich entschlossen, mit einzusteigen und ihrerseits Warnwesten für die Tönisvorster Grundschulen zur Verfügung zu stellen. Aber: „Alle Bemühungen seitens der Handwerker in Tönisvorst und seitens Round Table, eine Bedarfsabfrage über die Stadtverwaltung durchzuführen und ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen, wurden 2018 und 2019 jedoch entweder zunächst vom Bürgermeister zurückgewiesen, oder E-Mails und Telefonanrufe an die zuständigen Mitarbeiter blieben unbeantwortet.“

Schließlich hätten beide Vereine die Bedarfsabfrage selbst durchgeführt. „Für die Grundschulen in Tönisvorst wurden bereits für alle Eingangsklassen Warnwesten beschafft. Für die Kindertagesstätten und die Tagesmütter wurde die neueste Bedarfsermittlung abgeschlossen. Round Table wird in diesem Jahr weitere 1500 neue Warnwesten für Tönisvorster Kinder im Wert von ungefähr 5000 Euro beschaffen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Und: „Im Gegensatz zu der – von der CDU angestrebten – begrenzten und einmaligen Förderung durch das Land haben sowohl die Handwerker in Tönisvorst als auch der Round Table Förderverein keine Beschränkungen für die Menge, den Zeitraum und die Art der Einrichtung auferlegt.“

(msc)