Tönisvorst: Wandel in der Bestattungskultur: Stadt will neues Friedhofskonzept

Tönisvorst: Wandel in der Bestattungskultur: Stadt will neues Friedhofskonzept

Einstimmig hat der Hauptausschuss die Gebührensatzung für die Benutzung der Friedhöfe für 2018 beschlossen. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Gebührensätze von 2017 beizubehalten, um einen weiteren Anstieg zu vermeiden. Einzige Ausnahme ist die Gebühr für die Bestattung in einem Urnengemeinschaftsgrab, eine pflegefreie Bestattungsform für maximal zehn Urnen. Der Gebührensatz von 1050 Euro deckt nicht mehr die Kosten für Pflege, Pflanzen und Stein.

Überhaupt steigen die Kosten für Bestattung, Unterhaltung und Pflege der Friedhöfe. Bisher gilt die Maßgabe, hundert Prozent der Kosten über die Gebühren zu refinanzieren. Die Gebühren sind aber in den letzten Jahren bereits kontinuierlich angestiegen. Ein weiterer Anstieg würde im kommenden Jahr wie bereits in diesem Jahr zur Folge haben, dass die Zahl der Bestattungen und Neuerwerbe von Grabstätten zurückgeht. Viele Angehörige von Verstorbenen weichen auf nicht kommunale Angebote, die nicht an das Kommunale Abgabengesetz gebunden sind, zurück.

Überhaupt stecken die kommunalen Friedhöfe in einem Dilemma. Immer stärker steigende Gebühren stehen immer geringere Sterbefallzahlen gegenüber. Durch geringere Gebühreneinnahmen entstehen höhere Defizite, die in den Folgejahren nach dem KAG ausgeglichen werden müssen. Für 2018 will die Stadt Tönisvorst die Angehörigen, die einen Bestattungsfall haben, nicht stärker belasten.

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Hinzukommt der Wandel in der Bestattungskultur, weg von der Sargbestattung im Einzelgrab hin zu Urnenbestattungen. Die Zunahme von Urnenbestattungen in der Erde oder in Urnenkammern führe letztlich zu nicht benutzten Überhangflächen, die trotzdem weiter gepflegt und unterhalten werden müssen. Was also tun? Die Verwaltung will sich von einem externen Büro ein neues Friedhofskonzept entwickeln lassen. Sie braucht Vorschläge, wie mit diesen Überhangflächen als auch mit noch vorhandenen Vorhalteflächen in Zukunft umgegangen werden soll, wie und ob neue Bestattungsformen angeboten werden soll. Beispiele sind hier pflegefreie Gräber, Baum- oder Familiengräber. Vorrangig sind für die Stadt gestalterische und konzeptionelle Ansätze, die die Kosten für Unterhalt und Pflege begrenzen helfen. So wolle man die städtischen Friedhöfe marktfähig halten.

(hb)