Tönisvorst : Wechsel im Vorstand ist perfekt

Der 63-jährige Bernd Pastors hört zum 1. April bei Action Medeor auf. Dann wird Sid Johann Peruvemba von Malteser International sein Nachfolger als Vorstandssprecher. Die Mitglieder wurden über weitere Änderungen informiert.

Präsident Siegfried Thomaßen hatte leichtes Spiel. Zu allen Berichten gab es keine Fragen oder Diskussionen, alle anstehenden Wahlen wurden einstimmig absolviert. Trotzdem war diese Mitgliederversammlung von Action Medeor anders als in den Vorjahren: Das lag natürlich an der Ankündigung, dass Vorstandssprecher Bernd Pastors nach 34 Jahren aufhört und zum 31. März in den Vorruhestand geht. Am Donnerstag wurde deshalb bereits sein Nachfolger präsentiert: Es ist der 53-jährige Kölner Volkswirt Sid Johann Peruvemba, zurzeit noch stellvertretender Generalsekretär von Malteser International.

Auch wenn die Personalie besondere Aufmerksamkeit fand, gab es auf der Mitgliederversammlung Informationen über weitere Neuerungen. Konkret sichtbar ist die Kernsanierung des Altbaus der Tönisvorster Zentrale. Insgesamt werden 1,8 Millionen Euro in den Ausbau investiert. Vorstandsmitglied Christoph Bonsmann berichtete den Mitgliedern, dass die Bauarbeiten dazu in vollem Gange seien. Die Arbeiten sollen im November abgeschlossen sein, so dass die neuen Räume ab Dezember genutzt werden können.

Eine wichtige strategische Entscheidung ist auch der Plan, die Medikamentenhilfe künftig auf Medizintechnik auszuweiten. Damit reagiert Action Medeor auf vielfach geäußerte Wünsche von Kunden in aller Welt. So wurde mit Mitteln der Staatskanzlei NRW ein digitales Röntgenlabor für 300.000 Euro nach Idlib in Syrien geliefert.

Die Vision von Action Medeor, kein Mensch solle an vermeidbaren Krankheiten leiden, haben alle Mitarbeiter im Blick. Trotzdem ist auch das „alltägliche Geschäft“ der Medikamentenhilfe schwieriger geworden. Die Gewalt auf der Welt hat vielfach zugenommen, die Bürokratie hat zugenommen. Die Projekte von Action Medeor, etwa für den Jemen, für Benim und den Nordirak, werden größer und komplexer. 321 Tonnen Medikamente wurden im Lager in Vorst gepackt und 16.669 Hilfspakete in alle Welt versandt. Mehr als 1,3 Millionen Menschen in 82 Ländern konnte dadurch direkt geholfen werden. Das Spendenaufkommen ist mit 8,1 Millionen Euro in etwa konstant geblieben.

Fürs Präsidium wurden die bisherigen Mitglieder Thomas Menn und Stefan Derix für weitere drei Jahre wiedergewählt. Als neues Vereinsmitglied wurde 2018 Landrat Andreas Coenen aufgenommen. Bernd Pastors hat das Haus gut bestellt. Wichtig ist ihm, dass es gelungen ist, Haupt- und Ehrenamtliche zusammenzubringen. In der Vorster Zentrale oder draußen vor Ort arbeiten 79 Mitarbeiter. Auf seiner letzten Mitgliederversammlung in seiner Vorstandsfunktion dankte Pastors allen Mitgliedern für ihre Unterstützung. Im nächsten Jahr werde er auf der anderen Seite sitzen.

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