Tönisvorst: Vorst kämpft um eigenen Karnevalszug

Tönisvorst: Vorst kämpft um eigenen Karnevalszug

Die Umfrage von Tönisvorster Karnevalskomitee und KG Rot-Weiß zeigt großes Interesse an einem eigenen Zug in Vorst.

"Wir werden weiter darum kämpfen, dass es auch in Vorst zukünftig einen Karnevalszug gibt", sagt die Geschäftsführerin der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Vorst, Daniela Hüskes. Nachdem die Kreispolizei nach den Randalen am Rande des Vorster Nelkensamstagszuges die Sicherheitsanforderungen deutlich verschärft und Bürgermeister Thomas Goßen zukünftig nur noch einen Karnevalszug in Tönisvorst genehmigen will, hatte Rot-Weiß gemeinsam mit dem Tönisvorster Karnevals-Komitee (TKK) eine Umfrage bei Vereinen und Gemeinschaften in St. Tönis und Vorst gestartet, wie diese über einen Karnevalszug im Wechsel in beiden Stadtteilen denken.

Jürgen Schmitz (TKK-Vorstand) und Daniela Hüskes präsentierten jetzt die Ergebnisse der Umfrage. Insgesamt waren 108 Fragebögen größtenteils an ehemalige Zuggruppen, aber auch andere Vereine verteilt worden. 40 Rückmeldungen waren eingegangen. Daniela Hüskes: "Davon haben generell 18 Vereine generell kein Interesse an der Teilnahme, nur sechs Gemeinschaften begrüßten es, wenn der Zug wechselweise in St. Tönis und Vorst stattfindet." Hüskes als auch Jürgen Schmitz zeigten sich etwas enttäuscht, dass nur zwei Gruppen aus St. Tönis (die KG "Nachtfalter" und das Michael Ende-Gymnasium) ihre Bereitschaft erklärten, auch bei einem Vorster Karnevalszug mitzumachen.

Die Vorster schauen da mehr über den Tellerrand ihres Stadtteils: von den 17 Gemeinschaften, die an einem Zug in St. Tönis teilnehmen würden, sind acht Gruppierungen aus Vorst, nämlich neben Rot-Weiß: Vorst aktiv, St. Sebastianus-Bruderschaft, Kehner Junggesellen, Power-Frauen, KG Kuddelmuddel, TV Vorst und Kolping. Jürgen Schmitz: "Diese hohe Zahl der Vorster Gruppen hat mich schon überrascht." Insgesamt 14 Gruppen würden sich an einem Karnevalszug in Vorst beteiligen. Daniela Hüskes kommt zu dem Fazit: "Der Zug im viel kleineren Stadtteil Vorst mit 14 Gruppen hat genauso seine Daseinsberechtigung wie einer mit 17 Gruppen im wesentlich größeren St. Tönis."

So sieht dies auch Jürgen Schmitz: "Auch für die Vorster ist der eigene Zug sehr wichtig und gehört zum Brauchtum unbedingt dazu, in welcher vielleicht kleineren Form, darüber kann man reden." TKK als auch Rot-Weiß suchen daher weiterhin das Gespräch mit der Kreispolizei und dem Ordnungsamt der Stadt Tönisvorst, um für die Zukunft vielleicht doch noch zu zwei Umzügen zu kommen.

Am 2. März 2014 wird es aber nur den Tulpensonntagszug in St. Tönis geben. "Und dazu wurden weiterhin die Sicherheitsmaßnahmen verschärft", spricht Jürgen Schmitz davon, dass alleine über 20 Sicherheitskräfte gestellt werden müssten, neben einem Verantwortlichen von den jeweiligen Zuggruppen. Über den Zugweg müsse ebenfalls noch diskutiert werden, Jürgen Schmitz: "Die Kreispolizei will nämlich das Nadelöhr auf der Hochstraße, insbesondere am Rathausplatz, unbedingt vermeiden und den Zug stattdessen über den Parkplatz des Rewe-Marktes führen." Und Daniela Hüskes sagte noch: "Für uns ist der Zug des Tönisvorster Straßenkarneval in Vorst noch längst nicht abgefahren."

(wsc)