Tönisvorster sammelten Müll am „Tag der sauberen Apfelstadt“

Tönisvorst : Auch giftige Platten unter den Funden

Die CDU-Fraktion, die Hegeringe der Jäger und der Nabu hatten wieder zum Frühjahrsputz aufgerufen. 80 Personen kamen und sammelten, darunter auch einige Jugendliche, die den Naturschutzverein Tönisvorst gegründet haben.

Die gute Nachricht zuerst: Am Ende der zweistündigen Müllsammelaktion zum „Tag der sauberen Apfelstadt“ liegt deutlich weniger Müll in den Containern am Bauhof als in den vergangenen Jahren. „Wir haben die Funde diesmal nicht gewogen, aber die Container waren schon mal voller“, weiß Alexander Decher, der die Aktion für die CDU-Fraktion betreut.

Zusammengekommen ist aber doch einiges: Autoreifen und Eternitplatten gehören zu den besonders unerfreulichen Funden, die die 80 Teilnehmer der Aktion zum Bauhof gebracht haben, wo sie jetzt ordnungsgemäß entsorgt werden. Auch ein Faxgerät und einen Gartenschlauch haben Bürger in die Natur geworfen. „Schlimm finde ich den Maschendrahtzaun, weil der eine echte Verletzungsgefahr für die Tiere darstellt“, sagt Alexander Decher und zeigt auf die Rollen mit dem grünen Draht, der für den Bau von Kaninchenställen verwendet wird.

Jedes Jahr im Frühling rufen die CDU-Fraktion Tönisvorst, der Naturschutzbund (NABU) sowie die Jäger der Hegeringe Vorst und St. Tönis dazu auf, in Waldgebieten, auf Feldwegen, in Straßenböschung und Parkanlagen Müll einzusammeln. „Und jedes Jahr ist es aufs Neue erschreckend zu sehen, dass die Leute das Zeug einfach in die Natur werfen“, findet Reimer Martens, Landschaftswächter des Kreises.

Außer den großen Funden haben die Sammler etliche Schnapsflaschen, Verpackungen aller Art, Stoffreste, Plastiktüten, Feuerzeuge und Taschentücher in ihren Säcken. „Besonders im Gewerbegebiet Hohenhöfe, wo das Schnell-Restaurant ist und die Lastwagenfahrer Pause machen, ist es schlimm“, berichtet Alexander Decher. In mehrere Gruppen aufgeteilt sind die Helfer zwei Stunden lang unterwegs. Ausgestattet mit Greifzangen, Handschuhen und Müllsäcken sammeln sie mühsam ein, was andere achtlos weggeworfen haben.

Unter den Helfern sind auch sechs Mitglieder des neuen Naturschutzvereins Tönisvorst, den der Schüler Leon Hamacher ins Leben gerufen hat. „Ich habe einfach in meiner Klasse gefragt, ob jemand Lust hat, sich für die Umwelt und das Klima einzusetzen“, erzählt der 14-Jährige. Zwölf Jugendliche der Klasse 8d des Michael-Ende-Gymnasiums gehören jetzt dem Verein an, der gerade seine Gründungsversammlung hatte. „Wir können uns vorstellen, im Herbst selber so eine Aktion zu initiieren“, sagt Bastian Leuchten. Außerdem wolle der Verein andere Jugendliche für den Umwelt- und Klimaschutz sensibilisieren und insektenfreundliche Blumen auf städtische Wiesen pflanzen.

Und es haben sich noch mehr Kinder und Jugendliche an der Müllsammelaktion beteiligt, das allerdings in der Woche. So haben die Vier- bis Sechsjährigen der katholischen Kita St. Antonius Müll gesammelt, die St. Töniser Grundschulen Hülser Straße und Corneliusstraße sowie die Vorster Grundschule und die Rupert-Neudeck-Gesamtschule waren mit großem Eifer dabei. „Insgesamt haben 550 Kinder und Jugendliche mitgemacht“, sagt Decher.

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