1. NRW
  2. Städte
  3. Tönisvorst

Tönisvorster Karnevals-Komitee sagt Session 2020/21 ab

Session 2020/21 : Karneval fällt auch in Tönisvorst aus

Die Tönisvorster Karnevalsvereine haben lange mit sich gerungen, nun fiel die Entscheidung: Die Session 2020/21 wird nicht stattfinden, teilt das Tönisvorster Karnevals-Komitee stellvertretend für alle mit.

Die Tönisvorster Karnevalsvereine haben die karnevalistischen Aktivitäten der Session 2020/21 abgesagt. „Ist zwar schade, aber muss sein“, sagt Dieter Hackstein aus dem Vorstandsteam des Tönisvorster Karnevals-Komitees (TKK) stellvertretend für die Karnevalsvereine. Grund dafür ist die Corona-Pandemie; die Auflagen sowie die finanzielle Schieflage, in die beispielsweise das TKK durch die Absage etwa des Sommer- und des Oktoberfestes gerutscht ist.

Jährlich kommen etwa 5000 Zuschauer zum Karnevalsumzug des TKK in St. Tönis. Dafür die Hygiene- und Sicherheitsvorgaben zu erfüllen, wäre schon schwierig genug, sagt Hackstein. Zudem befürchte der TKK-Vorstand aber auch, dass durch die Zugabsagen anderer Vereine in der Region mit noch mehr Besuchern in St. Tönis zu rechnen sei. „Die würden aus dem ganzen Kreis zu uns kommen“, sagt Hackstein. „Wir wollen es in St. Tönis nicht wie im Kreis Heinsberg haben.“

Getroffen worden sei die Entscheidung von den Vorständen des TKK, der Karnevalsgesellschaft (KG) Nachtfalter, der KG Rot-Weiß Vorst, der Prinzengarde St. Tönis, der Treuen Husaren der Prinzengarde St. Tönis und des Jugendkarnevalsvereins St. Tönis in Abstimmung mit der Stadtverwaltung. Die Auflistung der davon betroffenen Veranstaltungen ist im Internet zu finden unter www.­toenisvorst-tkk.de. Lediglich die Termine des Jugendkarnevalsvereins, die abgesagt würden, lägen noch nicht vor.

Das für die neue Karnevalssession geplante Prinzenpaar werde seine Regentschaft um ein Jahr verschieben, berichtet Hackstein. Wer das ist, wollte er noch nicht verraten. Einziges Trostpflaster in diesem Jahr soll die Narrenpost sein. Das Heft für die Session 2020/21 wollen die Mitglieder des TKK zwischen Weihnachten und Neujahr an die Haushalte verteilen, berichtet Hackstein.

Für die Vereine geht es nun auch um das finanzielle Überleben. Das TKK müsse alleine 25.000 Euro aufbringen, um die Veranstaltungen von Altweiber bis Tulpensonntag zu bezahlen. Finanziert würde das hauptsächlich durch das Sommer- und das Oktoberfest. Diese Einnahmen würden nun fehlen. Wie laufende Kosten – etwa die Miete für die Wagenbauhalle – aufgefangen würden, sei noch unklar. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wir haben kein Geld auf der hohen Kante“, sagt Hackstein.

Jetzt setzt das TKK alle Hoffnungen auf 2021. Start soll mit dem Sommerfest sein. Um die Session zu finanzieren, will das Komitee auch auf Märkten in Tönisvorst vertreten sein. Alles natürlich nur, „wenn Corona es zulässt“, sagt Hackstein.