Tönisvorst will Verbesserungen für Obdachlose

Wilhelmplatz : Stadt will Verbesserungen für Obdachlose

Auf der einen Seite Obdachlose, die einen Platz mitten im Leben suchen, an dem sie sich aufhalten können, auf der anderen Seite Anwohner und Passanten, die sich gestört fühlen – für Stadt und Polizei ist das eine schwierige Situation.

In Tönisvorst hat der Konflikt dazu geführt, dass die Verwaltung sich gefragt hat, wie sie die Situation der Obdachlosen verbessern könnte. Im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport, wo das Thema auf der Tagesordnung stand, berichtet Bürgermeister Thomas Goßen, wie die aktuelle Situation aussieht.

„Ordnungsrechtlich alleine ist das Problem nicht zu lösen“, sagt Goßen. Der Verwaltung sei es wichtig gewesen, auch soziale Gesichtspunkte in die Überlegungen einzubeziehen. „Eine angemessene Wohnsituation schaffen und eine soziale Begleitung der Menschen ins Leben rufen, ist unser Ziel“, erklärt Goßen. Der erste Schritt sei bereits getan. In der Obdachlosenunterkunft der Stadt seien neue Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen worden. „Das hat sich sehr positiv entwickelt“, berichtet der Bürgermeister.

Nun wolle die Stadt mit Hilfe des Sozialdiensts Katholischer Männer, kurz SKM, jemanden finden, der Ansprechpartner vor Ort ist und die Obdachlosen psychosozial betreuen kann. „Oft steckt hinter der Lebenssituation eine persönliche Krise, auch Krankheiten und Schicksalsschläge spielen eine Rolle“, weiß der Bürgermeister. Deshalb sei das Ziel, den Menschen neue Perspektiven aufzuzeigen. Das Thema sei vermutlich eine Dauerbaustelle, aber es sei wichtig für das gute Miteinander in der Gesellschaft, dass sich die Situation für die betroffenen Menschen verbessere. „Ohnehin sprechen wir von einer einstelligen Personenzahl“, sagt der 48-Jährige.

Die Politiker im Jugend- und Sozialausschuss begrüßen die Entwicklung. „Wir finden es gut, dass Sie die soziale Komponente eingebracht haben und nicht nur mit der ordnungsrechtlichen Keule kommen“, bringt es Anja Müller-Lambertz von der CDU auf den Punkt und bittet darum, dass der Fachausschuss regelmäßig über den Fortschritt zum Thema informiert werde.

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