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Tönisvorst: Spaziergang durch die Apfelplantagen

Ferienalphabet: A wie Apfelplantage : Der Apfel sorgt für Bewegung

In Tönisvorst stehen sportliche Betätigung und Äpfel in einem engen Zusammenhang. Zu Fuß oder mit dem Rad geht es durch die Apfelplantagen.

Tönisvorst heißt nicht umsonst „Apfelstadt“. Auf rund 100 Hektar Fläche stehen über 300.000 Apfelbäume. Durchschnittlich werden je nach Sorte und Witterung 30 bis 35 Tonnen pro Hektar geerntet. Die Äpfel aus Tönisvorst können mit einer schönen Tour sportlich verbunden werden. Es handelt sich um eine der Strecken, die auch beim traditionellen Apfelblütenlauf genutzt werden, der in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie bisher nicht stattfand. Der Lauf findet immer im Frühjahr statt – und das, wie es der Name schon sagt, zur Apfelblüte.

Es ist eine Strecke, deren Besuch sich aber nicht nur zur Apfelblüte lohnt. Im Frühjahr ist es das Blütenmeer, das Radfahrer und Fußgänger begeistert, wenn sie auf den Wirtschaftswegen rund um Tönisvorst durch die Obstbaumplantagen unterwegs sind. Es fühlt sich an wie in einem Märchenland, fällt der Blick auf die Millionen von Blüten. Danach sind es die winzig kleinen Äpfel, denen man förmlich bei jeder Tour durch die Natur beim Wachsen zuschauen kann. Im Spätsommer und Herbst wird es ganz schwer: Die rotwangigen Gesellen laden geradezu dazu ein, frisch vom Baum gegessen zu werden. Das darf man natürlich nicht, aber in den Genuss kommt man trotzdem, denn entlang der Tour gibt es mehrere Direktvermarkter.

Los geht die Apfeltour am Kehn an der Ecke St. Töniser Straße/An der Huverheide. Schon nach wenigen Metern sind die ersten Plantagen erreicht. Reihe um Reihe stehen die Bäume, von denen eine Vielzahl durch Hagelschutznetze gesichert ist. „Hagel richtet große Schäden an. Die Netze helfen aber nicht nur bei Hagel, sondern halten auch ein Stück weit die Sonne ab“, informiert Obstlandwirt Rudolf Steves vom St. Töniser Obsthof. Beim Apfel kommt es bei zu intensiver Sonneneinstrahlung während des Reifeprozesses zu einer Zerstörung der Pigmente. Das führt dazu, dass sich der Apfel nicht mehr rot ausfärbt.

Es geht an der Huverheide entlang, wobei sich der Fußgänger oder Radfahrer an der ersten Weggabelung rechts halten muss. Das gilt auch für die nächste Gabelung, die kurz darauf folgt. Der Weg führt hinter der auf der rechten Seite liegenden landwirtschaftlichen Anlage weiter. Nicht nur die Apfelplantagen bestimmen das Bild. Weiden tauchen auf, und immer wieder rücken die alten historischen Höfe in den Mittelpunkt. An der nächsten Abzweigung heißt es erneut rechts abbiegen. Die festen Wirtschaftswege sind sowohl gut zu laufen als auch mit dem Fahrrad zu befahren. Langsam nähert man sich wieder dem Ausgangspunkt der rund fünf Kilometer langen Strecke. Noch einmal rechts abbiegen, dann geht es nach links in Richtung der St. Töniser Straße.

Auf die ersten Äpfel aus Tönisvorst kann man sich laut Bernd Fruhen vom gleichnamigen Obstanbaubetrieb schon in gut zehn Tagen freuen. „Wir starten die Apfelernte mit der frühen Sorte Mantet. Generell kann man sagen, dass in diesem Jahr die Apfelernte noch früher angefangen hat als im vergangenen Jahr“, sagt der Gärtnermeister im Obstbau. Über die verschiedenen Sorten zieht sich die Apfelernte bis Ende Oktober/Anfang November. Den Abschluss machen die Sorten Fuji und Braeburn.

Die Böden in Tönisvorst sind gut für die den Anbau. Sie bieten eine ausgewogene Sand-Lehm-Mischung, die über eine gute Luftkapazität verfügt. Aufgrund der hohen Temperaturen und der fehlenden Niederschläge muss in den Obstplantagen genau wie in den anderen Bereichen der Landwirtschaft bewässert werden. Die relativ milden Winter kommen dem Apfelanbau ebenfalls entgegen, wobei in diesem Jahr die selten auftretenden Windfröste den Obstbauern zu schaffen machten. Die bei Minustemperaturen eingesetzte Frostschutzberegnung greift dann nicht optimal.

Die frischen Äpfel können die Kunden aber nicht nur über die eigentliche Erntezeit genießen. Die herausragende Qualität gibt es auch noch weit darüber hinaus. Dass die Äpfel immer noch vitaminreich und knackig sind, liegt an der Lagerung. Durch Sauerstoff- und Temperatursenkung bleiben die eingelagerten Äpfel frisch und gesund.