Workshop „Tönisvorst ist bunt“ So wollen sich Tönisvorster für Demokratie einsetzen

Tönisvorst · Zahlreiche Tönisvorster gingen im Januar auf die Straße, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Im Workshop ging es nun darum, das große Engagement nachhaltig zu festigen.

Moderatorin Heidemarie Cox und Mitorganisator Guido Beckers waren sehr zufrieden mit der Beteiligung an der Veranstaltung.

Moderatorin Heidemarie Cox und Mitorganisator Guido Beckers waren sehr zufrieden mit der Beteiligung an der Veranstaltung.

Foto: Norbert Prümen

Viele engagierte Bürgerinnen und Bürger trafen sich am Samstag in der Aula des Schulgebäudes am Kirchenfeld in St. Tönis. Dort fand ein offener Workshop mit dem Titel „Tönisvorst ist bunt“ statt. Die Idee zu dieser Veranstaltung war im Rahmen der Demonstration für Demokratie, Toleranz und Vielfalt am 30. Januar entstanden. Zahlreiche Tönisvorster waren an diesem Tag auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen rechtsextreme Tendenzen zu setzen.

Im Workshop sollten die Anwesenden nun gemeinsam Ideen erarbeiten, wie das große Engagement für Demokratie nachhaltig gefestigt werden kann. Moderiert wurde der offene Workshop von der Vorster Sozialpädagogin und Kommunikationstrainerin Heidemarie Cox. Gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitete sie Vorschläge, wie Toleranz und Demokratie in Tönisvorst gelebt werden können.

Schon nach kurzer Zeit hatten die engagierten Bürgerinnen und Bürger viele verschiedene Anregungen eingebracht. Einige dieser Vorschläge wurden anschließend in Kleingruppen bearbeitet und konkretisiert. So regten die Anwesenden unter anderem ein buntes Familienfest an, auf dem sich Menschen aus ganz verschiedenen Kulturen willkommen fühlen sollen.

Auch die Schaffung einer eigenen Symbolik wurde aus dem Teilnehmerkreis zur Sprache gebracht. So könnte eine bunte Hand mit der Aufschrift „Tönisvorst ist bunt“ als deutliches Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt stehen. Dieses Zeichen könnte dann etwa als Aufkleber gedruckt werden und so auf die Thematik aufmerksam machen.

Weitere konkrete Vorschläge befassten sich unter anderem mit der Teilnahme der Stadt an der internationalen Antidiskriminierungswoche und der Schaffung eines Preises für besonders engagierte Menschen. All diese Ideen zielen darauf ab, eine offene Gesellschaft zu schaffen, in der jeder nach seinen Möglichkeiten teilhaben kann.

Oliver Schneck, Edith Furtmann, Ruth Beckers und Tabea Beckers befassten sich in ihrer Kleingruppe besonders mit der Frage, wie man mit Menschen umgeht, die faschistisches Gedankengut verbreiten. „So viele Menschen hören zu, handeln aber nicht“, erklärte Schneck sein Engagement für die Demokratie. Edith Furtmann von der Flüchtlingshilfe ergänzte, dass man heute, anders als vor 90 Jahren, die Möglichkeit habe, sich zu engagieren und auf die Straße zu gehen, um sich für die Demokratie sowie eine offene und tolerante Gesellschaft einzusetzen. Mit Hinblick auf den Nationalsozialismus waren sich alle einig: „Wir müssen das, was wir wissen, nutzen, um daraus zu lernen, denn heute können wir die Frühwarnzeichen erkennen.“

Heidemarie Cox zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Es ist schön, dass heute so viele Menschen gekommen sind, besonders auch einige, die sich zuvor noch nicht engagiert haben. Ich sehe hier viel Energie und guten Willen, gemeinsam Wege auszuarbeiten und sich für Demokratie einzusetzen.“

Dem stimmte Mitorganisator Guido Beckers zu: „Mich freut es sehr, dass heute so viele verschiedene Beteiligte hier sind. Das ist eine tolle Fortsetzung der Demonstration am 30. Januar.“ Obwohl sich Menschen jeden Alters, ganz unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, in der Aula versammelt hatten, gab es für die Organisatoren einen kleinen Wermutstropfen. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund hatten die Verantwortlichen mit ihrem Aufruf nicht erreichen können. „Das zeigt, dass Tönisvorst noch lange nicht bunt ist“, betonte Cox. Diesen Menschen würde vielleicht nicht das Gefühl gegeben, Teil von Tönisvorst zu sein. Daher würden sie sich auch nicht angesprochen fühlen, mutmaßte Cox.

Der Workshop soll nur der Auftakt für ein größeres gesellschaftliches Engagement für Demokratie und Vielfalt in Tönisvorst sein. Der Wunsch der Organisatoren ist es, dass sich aus den Arbeitsgruppen Menschen dazu bereiterklären, Verantwortung für einzelne Projekte zu übernehmen und diese voranzutreiben. Auch einen weiteren offenen Workshop soll es geben.

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