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Tönisvorst hat die Spielplätze vor der Wiederöffnung saniert

Tönisvorst : Spielplätze wieder offen — und saniert

Die fast acht Wochen der Corona-bedingten Schließung der Spielplätze haben die Stadt Tönisvorst und der Kreis Viersen für Sanierungsarbeiten genutzt. Das Basketballfeld En de Bongert soll nächste Woche fertig sein.

Er ist nicht wiederzuerkennen, der etwa 1000 Quadratmeter große Spielplatz an der Garnstraße, Ecke Grenzstraße im St. Töniser Seidenviertel. In einem hellen „Apfelstadtgrün“ leuchten die Dächer der neuen Klettertürme. Es gibt eine Wackelbrücke, eine Kletterlandschaft, neue Schaukeln, eine breite Rutsche und vieles mehr. Was bislang fehlte, sind die Kinder. Aber nicht mehr lange: Von Donnerstag, 7. Mai, an sind die Spielplätze in Nordrhein-Westfalen wieder geöffnet.

Für den städtischen Bauhof bot die Corona-bedingte Sperrung der vergangenen Wochen die Möglichkeit, ganz viele Arbeiten umzusetzen, so auch die Erneuerung des Spielplatzes an der Garnstraße. „Die Geräte waren zum größten Teil schon in 2018 und 2019 bestellt und geliefert“, sagt Landschaftsarchitektin Heike Goßen, bei der Stadt unter anderem zuständig für die Spielplätze. Weil die Mitarbeiter des Bauhofs aber mit vielen anderen Aufgaben betraut sind und waren, kam das Projekt, um den Spielbetrieb nicht zu stören, nur langsam und in mehreren Bauabschnitten voran.

„Durch die Corona-bedingten Umstellungen konnten wir jetzt aber einige Vorhaben im Stadtgebiet in einem Rutsch realisieren“, sagt Heike Goßen. Dabei liegt der Spielplatz an der Garnstraße der städtischen Mitarbeiterin besonders am Herzen, denn er war immer sehr hoch frequentiert, und das, obwohl die Geräte aus den 1980er-Jahren stammten und zuletzt nicht mehr sehr ansprechend waren. Besonders viele Tagesmütter trafen sich regelmäßig mit ihren Schützlingen auf dem Platz, der mitten in einem großen Wohngebiet liegt.

„Wir haben den Hügel, der die Motorik und Kreativität anregt, deutlich aufgewertet“, erklärt die Spielplatzplanerin. Eine Seillandschaft spannt sich jetzt zwischen dem neuen Kletterturm und der neuen Rutsche, die extra breit ist, damit Mütter mit Kindern gemeinsam rutschen oder zwei Kinder sich im Wett-Rutschen üben können. „Auch für motorisch benachteiligte Kinder ist die Rutsche geeignet, ebenso wie die neue Partnerschaukel“, erzählt Heike Goßen.

Im Kleinkindbereich zur Garnstraße hin hat sich ebenfalls etwas getan. Dort steht jetzt ein neues Spielhaus, das wie der Kletterturm für die älteren Kinder im hinteren Bereich ein leuchtend hellgrünes Dach hat und sich zum Spielen und Klettern eignet. Außerdem verfügt das Spielhaus über eine Minirutsche. Auch an die Eltern hat die Spielplatzplanerin gedacht: Neue Bänke und überdachte Sitzgelegenheiten sind montiert, ein Tisch folgt in Kürze. Der Bauhof hat außerdem den Boden an vielen Stellen erneuert und die Sandbaustellen mit frischem Sand aufgefüllt. Insgesamt hat die Stadt 28.500 Euro für die Neugestaltung des Spielplatzes an der Garnstraße ausgegeben. Anwohnerin Christa Voßdahls ist begeistert: „So einen schönen Spielplatz habe ich überhaupt noch nicht gesehen“, sagt die Seniorin, „der leuchtet in den tollsten Farben und hat viele sehr moderne Spielgeräte für die Kinder zu bieten.“ Die Einhaltung der Abstandsregel und des Infektionsschutzes liegt nach der Wiederöffnung bei den Nutzern, informiert die Stadtverwaltung. Die Bolzplätze am Pastorswall und an Berliner/Leipziger Straße bleiben gesperrt, da sie laut Schutzverordnung als „Sportanlagen“ von den Lockerungen nicht betroffen sind.

Nahezu rechtzeitig zur Wiedereröffnung der Spielplätze wird auch das Basketballfeld auf dem Spielplatz En de Bongert fertig. Dort wird auf der Fläche hinter dem Sandspielbereich in den kommenden Tagen der Boden ausgetauscht. Dafür wird die Oberfläche bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern ausgebaggert und durch eine neue wassergebundene Decke ersetzt, berichtet Anne Schulten von der Abteilung Abfall, Bodenschutz und Altlasten beim Kreis Viersen. Grund für die Sanierung ist eine erhöhte Schadstoffkonzentration im Boden, zurückzuführen auf Baumaterialien, die in der Vergangenheit verwendet wurden, wie Schutt und Rostasche. Ein akuter Handlungsbedarf bestehe nicht, die Arbeiten würden vorsorglich durchgeführt. In den vergangenen Tagen hatte der Kreis deswegen bereits fünf Spielplätze in Viersen und Nettetal sanieren lassen, zuletzt ist St. Tönis dran. Die vom Kreis vorkalkulierten Kosten von insgesamt rund 104.000 Euro werden zu 80 Prozent durch das Land NRW und zu 20 Prozent durch die jeweilige Kommune finanziert; die Sanierung des Basketballfelds soll laut Schätzung knapp 8000 Euro kosten. Das gesamte Gelände bleibt während der Arbeiten gesperrt.

Die werden voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche beendet sein. „Dann wird auch wieder ein Basketball auf dem Feld springen können“, verspricht Anne Schulten.