Tönisvorst: Das Klima stand im Mittelpunkt des Tönisvorster Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschusses.

Thema im Ausschuss : Klima: Der große Wurf fehlt noch

Das Klima stand im Mittelpunkt des Tönisvorster Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschusses. Gleich mehrere Anträge und Verwaltungsvorlagen beschäftigten sich mit dem Thema.

Obwohl Tönisvorst als eine der ersten Kommunen im Land den Klimanotstand ausgerufen hat, ist der große Wurf in Sachen Klimaschutz nicht in Sicht. Auch aus den politischen Gremien kommen kaum konkrete Vorschläge. Aufforstung? Fehlanzeige. Intelligente Verkehrsführung? Kein Thema. Eine Passivenergiesiedlung? Abgeschmettert.

Im jüngsten Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschuss aber standen einige Anträge auf der Tagesordnung, die sich unter der Überschrift Klima zusammenfassen lassen. Und auch wenn Hans Joachim Kremser (SPD) davor warnte, „tausend kleine Klimaanträge zu stellen“ und besser alles in das Stadtentwicklungskonzept einfließen zu lassen, kam es doch zu Abstimmungen und damit zu einigen Beschlüssen, die im nächsten Jahr umgesetzt werden.

So beschäftigte sich die CDU-Fraktion in zwei Anträgen mit den Radwegen. Sie forderte ein Radwegekataster, das Aufschluss über den baulichen Zustand der Radwege gibt, wodurch eine schnellere Ausbesserung möglich werde. Außerdem beantragte die Fraktion den Ausbau der Radwege, besonders auf den Einkaufsrouten und Schulwegen, damit Fahrradfahren in Tönisvorst attraktiver wird. Auch die Junge Union hat sich Gedanken gemacht und schlägt vor, Bürgern urbanes Gärtnern zu ermöglichen. Die Verwaltung soll Flächen ermitteln, die dafür geeignet sind. Die SPD-Fraktion beantragt, eine klimaneutrale Wärmegewinnung in städtischen Gebäuden einzuführen. „Wir haben auf LED umgerüstet und nutzen Ökostrom in den Schulen, Turnhallen und Rathäusern, im nächsten Schritt sind die Heizungen dran“, erklärte Kremser.

Während die Anträge der Fraktionen angenommen wurden, sprach sich der Fachausschuss gegen einen Bürgerantrag aus, der aufgrund der Feinstaubbelastung das Verbot von Feuerwerken an Silvester forderte. „Der Verkauf von Feuerwerken ist in Deutschland zulässig, daran ändert sich auch nichts, wenn die Stadt das Abrennen verbietet“, sagte Bürgermeister Thomas Goßen. Ein solches Verbot sei ein Thema, das auf Landes- oder Bundesebene beschlossen werden müsse. Außerdem sei es für die Stadt unmöglich, dafür zu sorgen, dass das Verbot eingehalten werde.

Auch beim Thema Dachbegrünung reagierte das Gremium zurückhaltend. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, Bürger, die ihre Garagen- oder Hausdächer begrünen möchten, mit 25 Prozent der Materialkosten, maximal aber 2000 Euro, finanziell zu fördern. Dachbegrünung binde Regenwasser, und durch dessen Verdunstung verbessere sich das Mikroklima. Außerdem seien die Gründächer eine Insel für Insekten und böten Wärme- und Kältedämmung, heißt es in der Vorlage. Die CDU-Fraktion folgte dem, aber die SPD gab sich skeptisch: „Was fördern wir, und unter welchen Bedingungen? Außerdem ist eine nachträgliche Begrünung aufgrund der Statik oft gar nicht möglich“, sagte Kremser. Schließlich wurde der Punkt vertagt.

Beschlossen wurde aber, dass die Stadt sich am Klimaschutzkonzept des Kreises Viersen beteiligt, mit dem Ziel, die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Dazu seien „weitergehende Maßnahmen“, wie es in der Vorlage heißt, erforderlich. Die Stadt müsse ihre klimapolitischen Ziele neu definieren und für die Umsetzung Geld in den Haushalt einstellen.