Teutonia und SV St. Tönis unterschreiben einen Vertrag über die Zusammenarbeit der Fußball-Jugend-Abteilungen.

St. Tönis : Aus Gegnern werden Teams

Jetzt ist es amtlich: Teutonia und SV St. Tönis unterschreiben einen Vertrag über die Zusammenarbeit der Fußball-Jugend-Abteilungen.

Jahrzehnte lang standen sie sich als Gegner auf dem Fußballplatz gegenüber, zukünftig kämpfen sie gemeinsam um Tore und Punkte: Im August startet die Jugendspielgemeinschaft St. Tönis mit voraussichtlich 25 Teams in den Ligabetrieb. Zusammengesetzt sind die Mannschaften der D- bis A-Jugend aus den Kadern des Spielvereins St. Tönis (SV) und der Jugendfußballabteilung der DJK Teutonia St. Tönis. Am Dienstagabend trafen sich Vertreter beider Vereine zur Vertragsunterzeichnung.

Teilweise betreten sie noch in den Farben ihres Vereins den Raum. Die SV-Vertreter in Schwarz-Gelb, die Teutonen in Grün-Gelb. Aber die Verwandlung ist schnell vollzogen: Für das Pressefoto werden die ersten Prototypen der neuen Zipper und Trikots in kräftigem Blau ausgepackt. Das Logo des ist ebenfalls Blau und – als gemeinsame Farbe beider Vereine – Gelb. „JSG St. Tönis“ steht drauf. Das neue Konstrukt ist kein eigenständiger Verein, sondern ein Zusammenschluss der Jugendfußballabteilungen vom SV und der Teutonia. „Wir haben deshalb auch keinen Vereinsvorstand, sondern eine Geschäftsleitung“, erklärt Markus Hagedorn.

Acht Vertreter, je vier aus jedem Verein, gehören dieser Führungsriege an. Thomas Müller vom SV ist der Geschäftsleiter, Markus Hagedorn von der Teutonia sein Stellvertreter. Auch einen sportlichen Leiter (Ralf Horster), einen Leiter der Finanzen (Achim Lemmen), einen Leiter für den Spielbetrieb (Oliver Braun) und Obmänner gibt es bereits, so dass die Geschäftsleitung arbeitsfähig ist. Und das ist auch nötig, denn bereits nach den Osterferien wollen die Verantwortlichen mit der Sichtung der Spieler beginnen, um die neuen Mannschaften für die nächste Saison zusammenzustellen.

Rund 210 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 19 Jahren spielen derzeit beim SV St. Tönis Fußball, 180 sind es bei der Teutonia. Zusammen kommen die beiden Vereine auf 25 Mannschaften von den Bambini bis in die A-Jugend. Allein sechs Teams kommen zurzeit in der F-Jugend zusammen. Sie alle sollen auf lange Sicht in der Jugendspielgemeinschaft St. Tönis kicken. „Das ist einmalig im Kreis“, sagt Thomas Müller. Kein anderer Verein habe so viele Fußballteams. Starten will die JSG im August, wenn die neue Saison beginnt, mit den E- bis A-Jugendlichen.

„In jeder Altersgruppe wird es mindestens zwei Mannschaften geben“, erklärt Thomas Müller. Je eine Mannschaft pro Altersklasse soll sich aus talentierten Leistungssportlern zusammensetzen, die auf hohem Niveau spielen, die andere ist für Breitensportler gedacht. „So können wir jedes Kind optimal nach Talent und Möglichkeiten fördern“, sagt Müller. Die Idee sei nicht aus der Not heraus geboren, sondern um den Jugendfußball in St. Tönis nach vorne zu bringen, betonen Vereinsvertreter.

Auch Spieler und Eltern hätten die Neuerung gut aufgenommen. „Wir haben so viel Zuspruch bekommen, dass wir uns im Nachhinein fragen, warum wir das nicht schon viel früher gemacht haben“, sagt Müller, der hofft, dass die JSG mit ihren Möglichkeiten auch gute Nachwuchsspieler aus dem Umfeld anlockt. Auch die Trainingsbedingungen sind optimal: Den Spielern der JSG stehen an der Jahn-Sportanlage drei Rasenplätze, ein Kunstrasenplatz, ein Ascheplatz, eine kleine Halle und die Dreifachturnhalle Rosental zur Verfügung. Wobei die JSG-Geschäftsleitung sich wünscht, dass der Ascheplatz auf lange Sicht in einen zweiten Kunstrasenplatz umgewandelt wird, was sie bei der Vertragsunterzeichnung auch direkt Bürgermeister Thomas Goßen mit auf den Weg gab.

Mehr von RP ONLINE