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Streit unter Freunden in St. Tönis endet tödlich - Das sagt der Angeklagte

Tragödie : Prozessauftakt: Junger Mann stirbt nach Tritt ins Gesicht

Am Krefelder Landgericht eröffnete die 2. Große Strafkammer am Dienstag die Verhandlung gegen einen jungen Grefrather. Dem 35-Jährigen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Konkret soll sich der Beschuldigte im Juli 2017 am späten Abend mit einem guten Kumpel in einem Park in St. Tönis getroffen haben.

Geplant war, sich wegen einer „familiären Angelegenheit“ auszusprechen. Begleitet wurde der Angeklagte dabei von zwei Freunden.

 Im Verlauf des Treffens habe man zunächst nur verbal gestritten. Wenig später habe der Angeklagte dem anderen einen Faustschlag versetzt. Nachdem sich zunächst beide wieder beruhigt hatten, wäre es erneut zum Streit gekommen. Schließlich habe der Angeklagte dem nun auf einer Bank sitzenden Kontrahenten ins Gesicht getreten. Daraufhin sei der Angegriffene bewusstlos geworden und in der Folge an einer Ruptur eines Hirnaneurysmas verstorben, die durch den Faustschlag oder den Tritt ausgelöst worden sein kann.

Der junge Mann auf der Anklagebank zeigte sich reumütig und erschüttert. „Das alles tut mir wirklich leid. Der Verstorbene war mein bester Freund.“ Er habe ihn etwa 15 Jahre gekannt und sich immer bestens mit ihm verstanden. Richtigen Streit hätte es nie gegeben, höchstens mal kleinere Meinungsverschiedenheiten. „Er war wohl ein emotionaler Mensch, der aufbrausend sein konnte“, ergänzte der Beschuldigte. Zum Zeitpunkt der Tat habe der Verstorbene von Frau und Kindern getrennt gelebt und zudem „immer viel Alkohol“ konsumiert.

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Da der Angeklagte gehört hatte, dass sein Kumpel in die eheliche Wohnung eingebrochen sei und dort seinen Sohn verprügelt habe, wollte der 35-Jährige ihn zur Rede stellen und ihn, falls es wahr war, um Mäßigung bitten. „Deshalb kam es zur Verabredung im Park“, meinte der Grefrather. Als dort das Gespräch auf den Vorfall gekommen sei, wäre sein betrunkener Freund aggressiv geworden, habe die Sache abgestritten und ihn mit Schimpfworten beleidigt. „Er kam auf mich zu, und da ich dachte, er schlägt gleich zu, habe ich ihm einen Fausthieb versetzt“, sagte der Angeklagte. Daraufhin sei sein Kumpel gestolpert und in ein Gebüsch gefallen. Alle hätten ihm geholfen, wieder aufzustehen.

Anschließend wäre der Sohn des Geschädigten im Park aufgetaucht. Der Angeklagte und die Freunde hätten den Vater davon abhalten müssen, den Jungen anzugreifen. Danach wäre die kleine Gruppe weitergegangen, und der Geschädigte habe sich auf eine Bank gesetzt. Hier wäre er wieder laut geworden und habe dem Angeklagten gedroht, dessen Familie etwas anzutun. „Es sah so aus, als wolle er aufstehen und auf mich losgehen“, fuhr der 35-Jährige fort. Um ihn aufzuhalten, habe er ihm einen Tritt gegeben, wobei er den Oberarm und nicht das Gesicht treffen wollte. Sein Freund sei nach hinten gefallen und bewusstlos gewesen. Er und seine Begleiter forderten einen Rettungswagen an.

Der Prozess wird am 31. Januar, 9.15 Uhr, fortgesetzt.