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Stopp für KfW-Förderprogramm: Campus-Projekt in Tönisvorst betroffen

Bundesregierung stoppt KfW-Förderung : Campus-Projekt in Tönsivorst fehlen Förder-Millionen

Die Bundesregierung hat KfW-Mittel überraschend und vorzeitig aufs Eis gelegt. Dabei hatte die Stadt Tönisvorst dieses Geld für das Campus-Projekt eingeplant.

Wirtschafts- und Klimaminister Robert Harbeck (Grüne) hat die Förderprogramme der staatlichen KfW-Bank für klimafreundliches Bauen und energieeffizientes Sanieren mit sofortiger Wirkung gestoppt, weil die Mittel für die Förderungen ausgeschöpft seien. Es habe einen großen Andrang für die Förderung für das so genannte „Effizienzhaus 55“ gegeben. Schon die vorherige Regierung hatte das Ende dieses Förderprogramms zu Ende Januar angekündigt. Die Förderprogramme würden zügig überarbeitet, teilten die Bundes-Grünen mit.

Ob nun das Campus-Projekt in Tönisvorst in seiner gesamten Umfänglichkeit gefährdet ist, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch völlig unklar. Am vergangenen Montag sei die Stadt Tönisvorst vom Vorstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum „vorläufigen Programmstopp“ informiert worden, teilte die Stadt mit. Daraufhin habe die Stadt unmittelbar alle Fraktionen im Stadtrat benachrichtigt. „Denn was in Form einer vergleichsweise unscheinbaren Mail die Stadtverwaltung erreichte, könnte enorme Sprengkraft entwickeln und betrifft private Häuslebauer ebenso wie öffentliche Einrichtungen und Behörden“, formulierte Tönisvorsts Pressesprecherin Catharina Perchthaler in einer Mitteilung. Die Stadt habe für ihr Campus-Projekt eine Förderung von 12,7 Millionen Euro eingeplant. „Mit diesem Stopp ist die Realisierung und Finanzierung der unterschiedlichen Schul-Neubauprojekte – egal ob von Verwaltung oder Bürgerschaft sowie die damit einhergehende energetische Sanierung – fraglich geworden“, teilte die Stadt mit.

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„Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine grüne Regierung grundsätzlich eine Förderung zur Energieeffizienz ausschließt“, sagt Britta Rohr, Ortsverbandsvorsitzende der Grünen. Sie sei positiv gestimmt, dass es eine Alternative der Förderung geben werde, quasi eine Neuauflage. Schließlich solle das Campus-Projekt nach den neuesten Standards geplant werden. Christian Rütten, Fraktionsvorsitzender der CDU, betonte: „Wir bleiben bei unserer Linie.“ Die Schülerinnen und Schüler sollen ab 2026 gut untergebracht werden inklusive der Idee eines Fachraumzentrums. Außerdem solle das Campus-Projekt nicht auf tönernen Füßen stehen. „Vieles ist noch zu vage, wir brauchen genaue Zahlen“, sagte Rütten.

(ure)