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Sternsinger in St. Tönis ausgesendet

St. Tönis : Die Sternsinger sammeln für arme Kinder

Die Jungen und Mädchen sind sehr engagiert für die gute Sache. Manchmal gibt es auch etwas Süßes.

„Das ist eine gute Sache, ich freue mich darauf“, sagt der elfjährige Jakob, der seit dem vierten Schuljahr Messdiener ist und derzeit in die Klasse 6b der Mülhausener Liebfrauenschule geht. In den nächsten Tagen sieht man ihn mit seinen Freunden häufiger am Hoteser Weg in St. Tönis, dann ist Jakob als „Caspar“ unterwegs. Es ist einer von 104 Sternsingern der katholischen St. Töniser Pfarrgemeinde St. Cornelius. Gestern wurden die jungen Leute, darunter viele Messdiener oder kommende Kommunionkinder, auf den Weg geschickt.

Jakob und sein gleichaltriger Freund Raphael, der diesmal der „Melchior“ ist, warteten bei der Aussendung in der katholischen Pfarrkirche auf „Balthasar“. „Kann sein, dass der noch mit seiner Familie in Urlaub ist“, meinte Jakob, der mit seinen Jungs am Wochenende beginnen will. Er erinnert sich an seinen Einsatz in den vergangenen Jahren: „Nach unserem Segen gab es nicht nur was in die Sammelbüchse, sondern wir bekamen auch oft was Süßes.“ „Einmal sogar einen Zeichenblock mit Malstiften“, ergänzt Raphael.

Etliche Sternsinger, Jungs und Mädels, waren mit und ohne Gewand, Krone oder den Sternen-Stäben, teilweise mit den Eltern oder Großeltern in die Pfarrkirche gekommen. Die Verantwortlichen hatten sich bei dem von Organist Josef Gronsfeld gestalteten Wortgottesdienst kleine Rollenspiele ausgedacht. Zum Beispiel warfen sich vor dem Altar einige Kinder den Ball zu. Ein Kind durfte nicht mitspielen. „Die wollen nicht mit mir spielen, weil ich eine Behinderung habe und anders bin als sie“, erklärte das Mädchen traurig. Darum geht es auch bei der weltweiten Sternsinger-Aktion: Kindern in aller Welt, diesmal mit dem Schwerpunkt Peru, zu helfen, dass sie mit ihrem Handicap dazu gehören.

Die Jugendlichen freuen sich und sind gespannt auf ihre Aufgaben. Foto: Norbert Prümen

Erst einmal waren im Sommer dieses Jahres die Hauptamtlichen der Pfarrgemeinde mehr als traurig gewesen. Der Sternsinger-Aktion von St. Cornelius, bei der im vergangenen Jahr wieder rund 16.500 Euro zusammengekommen waren, drohte das Aus. Als sich die beiden für die Aktion verantwortlichen Ehrenamtler, Gabi Bertenburg und Hannelore Volmer, nach ihrem zwölfjährigem Engagement zurückzogen. Nach Appellen und Aufrufen meldete sich dann erst Uli Meder und dann Agnieszka Wagner. Diese Tradition müsse weitergeführt werden, meinten beide. Und sie wurden die Nachfolger, waren zunächst so eine Art „Praktikanten“, die von Gabi Bertenburg und Hannelore Volmer in die neue Aufgabe eingewiesen wurden.

„Wir kommen daher aus dem Morgenland“, dieses bekannte Lied wurde natürlich kurz vor der Aussendung gesungen. Auch von den achtjährigen Simon und Jan, die gemeinsam die Klasse 3b der katholischen St. Töniser Grundschule besuchen und bald zur Kommunion gehen werden. Für die beiden ist es eine Premiere. „Wir werden die Kinder in ihrem Bezirk, Schäfer- und Friedrichstraße, begleiten“, sagte die Mutter von Simon, Sabine Schaffrinna. Der 13-jährige Bastian kennt sich da schon aus, er ist jetzt zum siebten Mal als Sternsinger unterwegs.

Einige Kinder hatten sich aus dem Fundus im Marienheim, seinerzeit von den dort noch arbeitenden Schwestern genäht, die Gewänder ausgeliehen. Oft halfen aber die schneidernden Mütter.

Insgesamt gibt es in diesem Jahr in St. Tönis 39 Gruppen mit insgesamt 104 Kindern und Jugendlichen, die noch bis zum 12. Januar die Haushalte in den Bezirken besuchen und um eine Spende für den guten Zweck bitten. „In quasi letzter Minute konnten wir auch noch den Bezirk Fliethgraben/Schelthofer Straße besetzen“, sagte Gabi Bertenburg und wies darauf hin, dass immer neue Sternsinger gesucht würden. Interessierte Kinder aller Konfessionen können sich im Pfarrbüro melden, Ruf 02151 790350. Das Mindestalter, um Sternsinger zu werden, beträgt sieben Jahre.