St. Tönis: Turnerschaft-Frauen brechen Fluch

Handball : Turnerschaft-Frauen brechen Fluch

In der Handball-Nordrheinliga haben die St. Töniserinnen erstmal gegen Treudeutsch mit 35:27 einen Sieg eingefahren.

Im Nordrheinligaspiel der Frauen zwischen Treudeutsch Lank und der Turnerschaft St. Tönis laufen die letzten Sekunden und Doreen Topel von St. Tönis setzt zum letzten Wurf auf das gegnerische Tor an. Der Ball geht daneben und die Schlusssirene ertönt. Was folgte ist jedoch kein Frust über den Fehlwurf, sondern ein ausgelassener Jubel der Mannschaft von Trainerin Miriam Heinecke. 35:27 lautete nämlich das Endergebnis auf der Anzeigetafel und damit auch die offizielle Bestätigung, dass die Turnerschaft-Frauen durchaus gegen Lank gewinnen können.

Die St. Töniserinnen ließen von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dass sie gewillt waren dem Niederlagenfluch gegen Treudeutsch ein Ende zu setzen. Neuzugang Mariko Ikeda eröffnete mit dem 1:0 nach 36 Sekunden den Torreigen und bevor sich Lank versah stand es schon 4:0. Diese schnelle Führung bildete unter anderem eine Grundlage zum späteren 20:14-Halbzeitstand für St. Tönis. „Das war mit Abstand die beste erste Halbzeit, die meine Mannschaft je gespielt hat“, schwärmte Heinecke nach dem Schlusspfiff. Und mit ihrer Äußerung übertrieb sie bei weitem nicht. Auf dem Feld zeigten sich ihre Schützlinge als ein harmonisiertes Ganze, bei dem die Spielzüge in einem perfekten Zusammenspiel klappten, immer wieder wurden Stoßbewegungen gegen den Gegner gesetzt und die aufkommenden Chancen sicher ausgenutzt.

In der Halbzeitpause war Heinecke dann bewusst, dass es im zweiten Durchgang durchaus anders ablaufen könnte. „Ich habe meine Spielerinnen darauf aufmerksam gemacht, das eventuell unsere Kondition nicht ganz ausreichen würde“, sagt Heinecke. Zu Beginn der zweiten Halbzeit drückte Lank auf das Tempo und den Anschluss nicht zu verpassen. Doch sie hatten nicht damit gerechnet, dass Turnerschaft dem Stand hält und sich nicht verunsichern ließ. Eher das Gegenteil war der Fall, denn St. Tönis holte clever Freiwürfe heraus und machte ohne hektisch zu werden auch die Räume in der Abwehr zu. Lank sah sich vermehrt gezwungen auf Manndeckung zu gehen. Für Turnerschaft war dies mit viel Laufarbeit verbunden, wenn es einen Ballverlust gab hieß es schnell nach hinten zu kommen, was auch immer wieder gelang. Lank blieb bis zum Schluss zwar immer wieder gefährlich, hatte aber mit St. Tönis diesmal einen Gegner, der einen Ticken besser war. „Das war heute Frauen-Handball vom feinsten“, zog Heinecke letztendlich ein Fazit.

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