St. Tönis: Heimatbund stellt Heimatbrief vor

Der neue Heimatbrief ist herausgekommen : Heimatbund in ruhige Gewässer führen

Peter Steppen, der neue Vorsitzende des Heimatbundes St. Tönis stellte in den Räumen der Sparkasse den neuen Heimatbrief Nr. 179 vor. Die Straßengemeinschaft „3 Mühlen“ hat es dort auf den Titel gebracht.

Voll war es im Konferenzraum der Sparkasse in St. Tönis, als Hausherr Thomas Lengwenings, Leiter des Gewerbekunden-Centers, die Gäste des Heimatbundes St. Tönis willkommen hieß.  Das Interesse am St. Töniser Heimatbrief war groß. Viele Autoren der neuen Ausgabe und interessierte Mitglieder waren gekommen. Fürs offizielle Foto erhielt Christiane Tille-Gander, stellvertretende Bürgermeisterin, das erste druckfrische Exemplar. Und sofort begann sie zu blättern und die Fotos und Beiträge zu überfliegen.

Für den neuen Vorsitzenden Peter Steppen war es eine Gelegenheit, sich als „der Neue“ vorzustellen. Im Vorwort des Heimatbriefes nennt er als seine Ziele. den Heimatbund wieder in „ruhige Gewässer“ zu führen und dabei für jüngere Mitbürger und  Neubürger interessant zu machen.

Interessant ist der Themenmix des Heimatbriefes, den Werner Lessenich und Udo Beckmann redaktionell betreut haben. Erst ein paar Tage im Archiv und schon auf den Titel gebracht hat es ein Foto der Straßengemeinschaft „3 Mühlen“. Michael Steeg hatte mehrere Fotos der Straßengemeinschaft, die sich Ende des vergangenen Jahres nach fast 90-jährigem Bestehen aufgelöst hat, dem Heimatbund übergeben. Auf den Titel, der fröhliche Menschen auf der Ladefläche eines Lastwagens beim Tulpensonntagszug zeigt, ließ Lessenich den Schriftzug „Auf Wiederseh’n“ eindrucken -  ein „innerer Wunsch“.

 Gegründet wurde „Drei Mühlen“ 1932 als Nachbarschaftshilfe und soziales Netz in schweren Zeiten. Die drei Mühlen gab es da schon nicht mehr, gemeint sind die Bahnstraße, Wilhelmplatz, Mühlenstraße, Benrader Straße, Maysweg und Ostring. Aus dem öffentlichen Leben in St. Tönis war diese Gemeinschaft bald nicht mehr wegzudenken, nicht nur wegen der Holzschuhtanzgruppe, die auch über St. Tönis hinaus bekannt wurde. Doch am Ende fehlte der Nachwuchs.

„Einer der liebsten Menschen in St. Tönis“ ist Hedwig Lange, der H.J.Thelen ein kleines Porträt widmet. Sie wurde im Frühjahr 80 Jahre alt. Seit 1965 ist sie in ihrer Freizeit in der Pfarrcaritas von St. Cornelius tätig, ob in der Kleiderkammer oder beim Besuchsdienst für einsame alte Menschen.

Heino Thelen hat auf einem Bücherflohmarkt in Kempen ein Buch aus der Schriftenreihe des Landkreises Kempen-Krefeld gefunden. Wilma Klompen schrieb darin über die Säkularisation in der Franzosenzeit 1794 bis 1814. H.J.Thelen greift daraus die St. Tönis betreffenden Passagen heraus. Nach der französischen Revolution gerieten die linksrheinischen Gebiete nach der Kriegserklärung Frankreichs 1792 an Österreich unter französischen Besatzung. Das Feudalsystem wurde abgeschafft, die Kirchen, Klöster und Stifte enteignet, ihr Besitz verkauft. Als 1802 37 Klöster im Arrondissement aufgelöst wurden, kam vor allem der Landbesitz unter den Hammer. In der Umgebung von St. Tönis gab es mehrere Klöster, die Landbesitz vor Ort hatten. Interessant ist die Tabelle, die das Objekt, den bisherigen Pächter, den Käufer und den Kaufpreis nennt. So kaufte ein Gottfried Kumper aus St. Tönis für 2500 Franc ein Haus an der Mühlenstraße, das vorher dem Benefizium St. Michael in St. Tönis gehört hatte, von der Republic francaise.

Werner Lessenich erinnert, was vor 25 Jahren passierte: Zu sehen ist der erste offizielle Notarztwagen, ein Golf. Am 1. Juli 1993 wurden die Pioniere des Notarztsystems von Ärzten des Krankenhauses abgelöst. Am 30. Juni 1993 verschwand die vierstellige Postleitzahl 4154, Nachfolgerin wurde die „47918“. Vor 50 Jahren, am 10. April 1968 besiegelten die Bürgermeister von Vorst und St. Tönis im Kempener Kreishaus den Zusammenschluss ihrer Gemeinden. Und am 29. Juni 1968 brachte die Brauerei Rixen das Party-Fass zum Selberzapfen auf den Markt, mit dem Slogan „Trink lieber Rixen“.