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SPD-Politiker Uwe Leuchtenberg will Bürgermeister in Tönisvorst werden

Bürgermeisterkandidat von SPD, Grüne und GUT : Leuchtenberg wagt dritten Versuch

Lange hielt die SPD sich bedeckt, wenn es um die Frage nach dem Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl im September ging. Jetzt ist das Geheimnis gelüftet: Es ist wieder Uwe Leuchtenberg — zum dritten Mal.

Die erste Frage von Moderatorin Angela Krumpen bringt es auf den Punkt: „Uwe Leuchtenberg? Das hatten wir doch schon. Und das hat schon zweimal nicht geklappt. Warum sollte das beim dritten Mal anders sein?“ In einer Videokonferenz, moderiert von der Radiojournalistin aus Vorst, haben SPD, Grüne und die Gemeinschaft Unabhängiger Tönisvorster (GUT) am Donnerstagabend ihren gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten vorgestellt.

Lange hatten die Parteien sich in Schweigen gehüllt, wenn es um die Frage nach dem Kandidaten ging, der bei der Kommunalwahl am 13. September gegen Amtsinhaber Thomas Goßen von der CDU antreten soll. Jetzt ist das Geheimnis gelüftet, und die große Überraschung ist es wahrlich nicht. Aber der 62-jährige Leuchtenberg, der seit 1989 für die SPD-Fraktion im Stadtrat sitzt, von 2005 bis 2010 ein Landtagsmandat innehatte und seit 2004 stellvertretender Bürgermeister von Tönisvorst ist, will es nochmal wissen.

Gemeinsam mit den Grünen und der GUT hat die SPD den Kandidaten gekürt. Und der hat sich Großes vorgenommen: 22 Punkte umfasst das Wahlprogramm, das Leuchtenberg mit „Meine Ziele“ überschrieben hat. Es ist eine Mischung aus konkreten Vorschlägen und vagen Versprechungen, nicht alles ist neu. Konkret etwa sind die Ideen zum Thema Mobilität: So will der SPD-Mann sich als Bürgermeister dafür einsetzen, dass Tönisvorst am ehemaligen Bahnhof Benrad einen Haltepunkt bekommt.

Das Radwegenetz soll ausgebaut, vorhandene Radwege sollen saniert werden, und die Straßenbahn soll bis Vorst verlängert werden. Auf die Frage, wo die Trasse verlaufen soll, antwortete Leuchtenberg, das sei ein Thema, das er mit den Bürgern gemeinsam angehen wolle. Ob die ehemalige Schluff-Trasse, heute ein beliebter Radweg, dafür reaktiviert werden soll oder neue Wege gefunden werden, sei noch offen. Überhaupt sei ihm Bürgernähe wichtig, betonte Leuchtenberg für seine Kandidatur: „Der Bürgermeister ist der Vertreter der Bürger, ihr Sprachrohr, kein reiner Verwaltungschef“, sagte er.

Dazu passen die Ziele des SPD-Kandidaten, die Bürger stehen im Mittelpunkt. So sollen die Schulen mit moderner Infrastruktur ausgestattet werden, das ehrenamtliche Engagement soll unterstützt und die Zusammenarbeit mit den Vereinen verbessert werden. Es soll Neubaugebiete geben, aber gleichzeitig wird die Landwirtschaft unterstützt, und es soll Platz für Bewegung in der Natur bleiben. Als Bürgermeister will Leuchtenberg Schwimmtrainer bezahlen, damit jedes Kind schwimmen lernt, Kita- und OGS-Angebote sollen kostenfrei sein und erweitert werden, und der Kandidat will Angebote gegen Vereinsamung schaffen.

Außerdem will der 62-Jährige eine „gut zugängliche und abgestimmte Gesundheitsversorgung für jeden“ sicherstellen. Auch bezahlbarer Wohnraum und die Unterstützung des lokalen Handels und Handwerks stehen auf der Agenda. Ansonsten kommt der Bereich Wirtschaft ziemlich kurz. Lediglich ein vager Punkt, nämlich „Tönisvorst als Standort für Zukunftstechnologien unterstützen“, findet sich unter dem Stichwort „Wirtschaft stärken“.

Helge Schwarz, Vorsitzender der SPD Tönisvorst, spricht von Visionen, die Leuchtenberg für die Stadt habe und die bisher in Tönisvorst gefehlt hätten. Britta Rohr, Sprecherin der Grünen, hat die Hoffnung, dass mit Leuchtenberg Umweltthemen „nicht mehr so stiefmütter­lich behandelt werden“, und Daniel Ponten (GUT) sagt, mit der Unterstützung des amtierenden Bürgermeisters bei der vorigen Kommunalwahl habe man „aufs falsche Pferd“ gesetzt. Er habe Dinge versprochen, die bis heute nicht eingetroffen seien, deshalb habe die GUT sich für die Zusammenarbeit mit SPD und Grünen entschlossen.

Der Kandidat selbst sagt: „Es hat sich gezeigt, dass nur verwaltet wurde und keine Ideen umgesetzt worden sind, das haben auch die Wähler erkannt. Deshalb trete ich nochmal an.“

Kommentar: Wer soll das bezahlen?