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Sozialausschuss zur ärztlichen Versorgung in Tönisvorst

Tönisvorst : Weitere Ärztin kommt im Oktober

Im Krankenhaus haben die Alexianer ein Medizinisches Versorgungszentrum eingerichtet. Einige St. Töniser Hausärzte arbeiten bereits dort.

Die Arztpraxis von Klaus Verstraten am Kirchplatz steht leer. Ein Schreiben verweist darauf, dass der Allgemeinmediziner jetzt 350 Meter weiter im MVZ, dem Medizinischen Versorgungszentrum am Tönisvorster Krankenhaus, praktiziert. Auch Friederike Ücer hat eine Stelle am MVZ, arbeitet aber weiterhin in ihrer Praxis am Rathausplatz, wo ein Schild die neue Zusammenarbeit verkündet.

Derzeit 4,5 „Kassensitze“, wie Bürgermeister Thomas Goßen es im Sozialausschuss ausdrückt, gibt es am MVZ. Das heißt, vier Ärzte sind Vollzeit, einer mit einer halben Stelle dort tätig. „Und eine weitere Allgemeinmedizinerin kommt am 1. Oktober hinzu“, weiß der Bürgermeister. So solle die drohende Versorgungslücke in Tönisvorst geschlossen und die Arbeit in der Provinz für die Ärzte attraktiver werden. Ein Medizinisches Versorgungszentrum ist eine fachübergreifende, ärztlich geleitete Einrichtung, in der unterschiedliche Fachärzte in einem Verbund organisiert zusammenarbeiten, vergleichbar mit einer Gemeinschaftspraxis.

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Die Schwerpunkte am MVZ Tönisvorst sind Allgemeinmedizin, hausärztliche Tätigkeiten sowie Urologie. Die Alexianer informieren auf ihrer Internetseite, das Medizinische Versorgungszentrum biete eine fachübergreifende, ambulante Versorgung der Patienten und eine optimale Vernetzung der Fachrichtungen. Außerdem profitiere der Patient von kurzen Wegen. „In den für alle Privat- und Kassenpatienten geöffneten Praxisräumen bieten Ihnen die Ärzte gemeinsam mit einem professionellen Team eine hochwertige Versorgung in freundlicher Atmosphäre“, heißt es auf der Homepage.

Zum größten Teil „hinter verschlossener Tür“ habe die Stadtspitze die Neuerung mit den Alexianern, die vor vier Jahren das Krankenhaus übernommen haben, auf den Weg gebracht. Dass der Bürgermeister jetzt im Sozialausschuss über die Neuerung berichtete, geht auf einen Antrag der FDP-Fraktion zurück. Die Liberalen forderten eine Stellungnahme der Verwaltung zum Sachstandsbericht „Hausärztliche Versorgung“ des Kreises, aus dem hervorgeht, dass Tönisvorst mit 83,7 Prozent den schlechtesten Versorgungsgrad im gesamten Kreis habe.

„Es wird ein Bedarf von fünf freien Stellen ausgewiesen“, schreibt die FDP in ihrem Antrag. Außerdem seien 40 Prozent der Ärzte, die in der Stadt praktizieren, älter als 60 Jahre, 20 Prozent sogar älter als 65. Bürgermeister Goßen merkt an, das MVZ im Krankenhaus sei ein erster Schritt, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und neue Ärzte für die Stadt zu gewinnen.