1. NRW
  2. Städte
  3. Tönisvorst

So kann sich während der Corona-Kontaktsperre beschäftigen

Tipp der Woche : Die Corona-Auszeit kreativ nutzen

Bei vielen ist der Terminkalender durch das Kontaktverbot wie ausradiert. Was tun mit all der freien Zeit?

„Krise kann ein produktiver Zustand sein, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Das wusste schon der Schriftsteller Max Frisch. Was also tun in der Corona-Krise, die vielen Menschen jeden Alters ungeahnt viel Freizeit schenkt, die sich nicht mit einem Stadtbummel, einem Museums-, Zoo-, Kino- oder Theaterbesuch, Vereinssport oder Treffen mit Freunden füllen lässt? Wer aktiv sein will, obwohl er mehr oder weniger ans Haus gebunden ist, hat einige Möglichkeiten.

Literatur Wenn die offiziellen Kulturangebote alle wegfallen, gibt es immer noch die Literatur. Wer liest, entflieht dem tristen Alltag und reist in die Welt der Fantasie. Sorgen, Ängste und Nöte rücken für eine Weile in den Hintergrund, das Gefühl der Einsamkeit weicht dem Gefühl, am Leben anderer teilzunehmen. Außerdem hält Lesen geistig fit. Weil aber derzeit die Büchereien und Buchhandlungen geschlossen sind, bietet es sich an, die Nachbarn zu fragen, ob sie ihre Lieblingsbücher verleihen würden. Viele Buchhandlungen haben außerdem einen Lieferservice eingerichtet und freuen sich, wenn sie trotz geschlossener Ladentüren Umsatz verbuchen können. Wer einen E-Reader hat und Mitglied in der Stadtbibliothek ist, kann über die Internetseite ­onleihe-­niederrhein.de auch kostenlos elektronische Bücher herunterladen. Die Stadtbibliotheken von Tönisvorst und Willich bieten diesen Service derzeit sogar kostenlos für alle Bürger der Städte an – auch wenn sie keinen Mitgliedsausweis haben.

Garten Gartenbesitzer wissen, was jetzt zu tun ist: Der Rasen muss gedüngt und vertikutiert werden, Rasensamen werden ausgesät, Pflanzen in größere Töpfe umgepflanzt und Sommerblumenzwiebeln, Bäume und Sträucher in die Erde gesetzt. Viele Gartenbaubetriebe und Baumschulen haben noch geöffnet, so dass ein Einkauf dort unter Einhaltung verschiedener Auflagen und Sicherheitsmaßnahmen möglich ist. Ansonsten: Verblühtes entfernen, Unkraut jäten, Rosen zurückschneiden, Stauden teilen und sich an der Natur erfreuen, das geht auch ohne großen Einkauf.

Ordnung Sich von Dingen zu trennen, kann sehr befreiend sein. Das sagt jeder Ordnungscoach. Wer gerade viel Zeit hat, sollte sie nutzen, um auszumisten. Dabei hat sich die Drei-Stapel-Methode bewährt: Schrank, Regal oder Schublade ausräumen und einen Stapel anlegen für die Dinge, die bleiben. Ein weiterer Stapel bekommt die Aufschrift „Spenden/Trödelmarkt“, ein dritter Stapel heißt „Weiß nicht“. Diesen Stapel sieht man sich am nächsten Tag noch mal genauer an. Die Erfahrung zeigt: Beim zweiten Durchgang sind viele Menschen realistischer und sortieren auch diese Sachen noch zum Weggeben aus. Der Stapel mit den Dingen, die bleiben, wird gut sortiert wieder eingeräumt.

Bildung Das Internet bietet in diesen Zeiten besonders viele Möglichkeiten, unter anderem auch die der Weiterbildung. „Duolingo“ etwa ist eine App, die kostenlos Sprachkurse für Kinder anbietet. Die Inhalte werden spielerisch vermittelt. Eine weitere Möglichkeit, eine Fremdsprache zu lernen, bietet der Online-Dienst „Babbel“. Er ist kostenpflichtig, hat dafür aber auch Kurse in 14 Sprachen im Programm. Unter „Fahren-lernen.de“ können Jugendliche die Zeit nutzen, um für die Führerscheinprüfung zu üben, und über „Thesimpleclub.de“ gibt es Mathe-, Bio-, Deutsch-, Geschichte- oder Chemie-Nachhilfe als Vorbereitung auf die nächste Prüfung. Und auch hier gilt: Vielleicht haben ja auch die Stadtbibliotheken in ihrer Onleihe etwas Passendes.

Kinder Für Kinder sind es harte Zeiten: Freunde treffen, auf dem Bolzplatz toben, zum Verein gehen, die Jugendgruppe besuchen – alles gestrichen. Wie wäre es mit Indoor-Bowling? Dazu braucht man zehn leere Plastikflaschen und einen Tennisball. Volleyball spielen geht auch zu Hause, und zwar mit einem Luftballon. Als Netz wird ein Seil gespannt. Der Küchentisch eignet sich als Tischtennisplatte. Als Gitter in der Mitte dienen die gehorteten Nudelpackungen. Ein hochgehangener Eimer wird zum Basketballkorb, mit zwei Stöcken und einem Putzlappen lässt sich Lappen-Hockey spielen. Die Stühle sind die Tore. Die Zeit kann auch genutzt werden, um Kochen und Backen zu lernen. Ältere Kinder können Quiz-Apps wie „Quizduell“, „Spiel der Weisen“ oder „QuizUp“ testen. Tipp: Mit Freunden vernetzen und gemeinsam raten.

Familie Wenn man schon zusammen in der Wohnung hockt, dann kann man auch etwas zusammen unternehmen. Einen Familien-Filmabend mit selbst gemachtem Popcorn finden alle gut. Brettspiele rausholen (oder im lokalen Handel online bestellen und liefern lassen) und gemeinsam spielen, Wäsche batiken, Federball oder Fußball im Garten spielen, gemeinsam malen oder Osterdekoration basteln sind weitere Möglichkeiten, Zeit zu verbringen. Lego-Sets zusammenbauen, einen Stopp-Motion-Film drehen, Fotoalben anzusehen und Geschichten von früher zu erzählen, kann auch sehr nett sein. Vielleicht rückt die Familie so im Inneren wieder enger zusammen, in Zeiten, in denen es draußen heißt: „Bitte Abstand halten“.